Langsam, aber sicher wagen sich einige Energieversorger wieder zurück auf gängige Vertriebsportale. Zudem senken manche Stadtwerke ihre Grundversorgungstarife für Neukunden wieder.
Nach Wochen der Zurückhaltung belegen beispielsweise Energiekonzern Eon und seine Vertriebstöchter bei Deutschlands gängigen Vergleichsportalen erneut vordere Plätze. Für das Versorgungsgebiet Berlin etwa warb Eprimo bei Check 24 am Donnerstagnachmitag mit einem Verbrauchspreis von lediglich 28,67 Cent pro kWh (bei einem vergleichsweise hohen Grundpreis von 170 Euro pro Jahr).
Eon-Töchter vorne dabei
Das günstigste Eon-Stromangebot auf Verivox umfasste einen Verbrauchspreis von 41,25 Cent pro kWh (Grundpreis 156 Euro pro Jahr). Damit landeten die Essener im Ranking auf Platz vier – hinter Grundversorger Vattenfall mit zwei Angeboten und dem Start-up Tibber, das in der Hauptstadt mit variablen Tarifen wirbt.
Auf Rang fünf kam Eons Tochter E wie Einfach. Der Verbrauchspreis dort: 45,03 Cent pro kWh (Grundpreis 123,60 Euro pro Jahr).
Großhandelspreise sinken
Listete Verivox für Berlin Anfang Januar gerade einmal 16 Angebote, waren es Donnerstagnachmittag mit 35 mehr als doppelt so viele. Tarife von Stadtwerken blieben dagegen weiterhin die Ausnahme. Die mehrheitlich kommunale Maingau Energie lag mit ihrem günstigsten Angebot auf Platz acht, der Mönchengladbacher Versorger NEW auf Position zehn.
Im Vergleich zur zweiten Dezemberhälfte haben sich die Großhandelspreise für Strom, aber auch für Gas auf niedrigerem Niveau stabilisiert. Der Frontmonatskontrakt Strom Base schloss am Mittwoch bei 207 Euro pro MWh. Das ist ein Viertel weniger als vor einem Monat.
Stadtwerke Augsburg senken Preise
Der Gaspreis am niederländischen Handelspunkt TTF notierte Mittwochabend bei 91,14 Euro pro MWh. Das ist ein Fünftel weniger als vor einem Monat.
Mit sinkenden Großhandelspreisen begründeten auch die Stadtwerke Augsburg ihren Schritt, die jüngst eingeführten Grundversorgungstarife für Neukunden zu verbilligen.
Entlastung für Neukunden
Von 15. Februar an soll die Kilowattstunde Strom für die Betroffenen 49,99 statt bislang 74,99 Cent kosten, heißt es in einer Pressemitteilung. Für die Kilowattstunde Gas berechnet das bayerische Stadtwerk dann 16,71 statt 19,09 Cent pro kWh.
Auch die Bielefelder Stadtwerke gehen mit ihren Preisen in der Gas-Grundversorgung für Neukunden zurück. Sie setzen damit den Trend fort, den unter anderem die Kölner Rheinenergie und die NEW angestoßen haben.
Volatile Märkte
Dabei bleiben die Energiemärkte volatil, könnten kältere Temperaturen oder eine Eskalation der Ukraine-Krise zu neuen Preissprüngen führen. Von einer Entspannung der Lage könne man jedenfalls nicht sprechen, wird Ulrich Längle, Vertriebsleiter bei den Stadtwerken Augsburg, zitiert. (aba)



