Bei der Umsetzung der Energiewende muss Deutschland vor allem mit Blick auf Planungs- und Genehmigungsverfahren deutlich schneller werden, forderte König bei einem parlamentarischen Abend des Konzerns in Berlin. Bei den vielfältigen Widerspruchs- und Klagemöglichkeiten gegen Investitionen habe Deutschland inzwischen "Mitte und Maß" verloren, Gemeinwohl müsse wieder Vorrang vor Partikularinteressen haben.
"Wir sind mittlerweile gegen alles", warnte der Vorstand des Dax-Konzerns. Notwendig sei eine "positive Vision". Die Energiewende solle und könne "Spaß machen", dabei sei Technologieoffenheit unabdingbar. "Lasst uns die Ingenieure entscheiden."
Leistungsstarke Infrastruktur als Basis
Eine leistungsfähige Infrastruktur sei für das Gelingen der Energiewende unverzichtbar. Digitale Lösungen seien insbesondere für eine effiziente Sektorenkopplung und eine intelligente Steuerung der Netze von enormer Bedeutung. "Die Basis dafür ist eine flächendeckend ausgebaute und leistungsstarke Infrastruktur. Ohne die geht es einfach nicht - und wenn wir diese wichtige Infrastruktur in Deutschland vernachlässigen, laufen alle digitalen Ansätze ins Leere", so König.
In Schweden läuft schon die zweite Smart-Meter-Generation
Als Beispiel für die zu langsame Umsetzung innovativer Technologien hierzulande nennt der Eon-Manager den Smart-Meter-Rollout. In Schweden sei inzwischen bereits die zweite Generation dieser Systeme installiert, "wir sind noch nicht einmal bei der Markterklärung".
Um das Potenzial erneuerbarer Energien besser auszuschöpfen, müssten zudem Netz- und Erneuerbaren-Ausbau besser synchronisiert werden und grüner Strom günstiger gemacht werden. Dies sei eine der Voraussetzungen, die Energiewende auch auf Wärme und Verkehr auszuweiten.
Rechtsrahmen den neuen Strukturen anpassen
König forderte, das undurchsichtige Dickicht aus Steuern, Abgaben und Umlagen zu reformieren und durch einen marktwirtschaftlichen Ordnungsrahmen zu ersetzen. Hier sei die geplante CO2-Bepreisung ein erster richtiger Schritt. "Bei unseren Regulierungen und Gesetzen blicken doch selbst die Experten nicht mehr durch."
Der aktuell widersprüchliche Rechtsrahmen müsse dringend korrigiert werden. "Der energierechtliche Rahmen orientiert sich heute immer noch an der alten Energiewelt, mit sehr unübersichtlichen Strukturen und vielen, sich teilweise widersprechenden Gesetzen für dieselben Regelungsbereiche", betonte der Eon-Netzvorstand. (hil)
