Johannes Teyssen (rechts), Vorstandsvorsitzender und Karl-Ludwig Kley, Vorsitzender des Aufsichtrates sprechen bei der Eon-Hauptversammlung über den Innogy-Deal

Johannes Teyssen (rechts), Vorstandsvorsitzender und Karl-Ludwig Kley, Vorsitzender des Aufsichtrates sprechen bei der Eon-Hauptversammlung über den Innogy-Deal

Bild: Marcel Kusch/dpa

Der Energieversorger Eon kommt laut Vorstandschef Johannes Teyssen bei der Vorbereitung der Innogy-Übernahme «gut voran». «Wir haben inzwischen eine ganze Reihe von Entscheidungen zur künftigen Struktur vorbereitet», sagte Teyssen am Dienstag bei der Hauptversammlung in Essen. Man habe sogar schon mit der Auswahl der künftigen Führungsmannschaft begonnen. «Die besten Frauen und Männer beider Seiten werden die vergrößerte Eon in die Zukunft führen.»

Teyssen betonte, man liege bei der Übernahme voll im Zeitplan. «Wir sind zuversichtlich, dass wir die erforderlichen Genehmigungen in der zweiten Jahreshälfte erhalten werden.» Er wiederholte frühere Aussagen, wonach es keinen «Plan B» für den Fall einer Nichtgenehmigung gebe: «Wir haben keine Arbeit in einen Plan B gesteckt.» Die Übernahme sei eine «strategisch und finanziell sinnvolle Transaktion», betonte er. Die Kosten für die Übernahme gab er mit 100 Mio. Euro an.

Magere Steigerung der Dividene

Aktionärsvertreter äußerten die Hoffnung auf einen besseren Aktienkurs nach der Übernahme. «Wir glauben an und hoffen auf den Deal - weil sich dann hoffentlich vielleicht endlich mal die erhoffte Kursreaktion einstellt», sagte der Geschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), Thomas Hechtfischer.

«Aus Sicht des Kapitalmarkts ist Eon zumindest für den Moment der klare Verlierer des Deals mit RWE und Innogy», bemängelte Thomas Deser, Portfoliomanager bei der Fondsgesellschaft Union Investment. Die für 2019 geplante Steigerung der Dividende um drei auf 46 Cent pro Aktie nannte Winfried Mathes von der Fondsgesellschaft Deka Investment «eine sehr magere Steigerung».

Britische Geschäft drückt Innogy-Gewinn

Innogy selbst hat im ersten Quartal unter dem Strich zwar mehr verdient als ein Jahr zuvor. Das Nettoergebnis stieg um drei Prozent auf 662 Mio. Euro, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Der Anstieg resultierte allerdings aus dem Verkauf des tschechischen Gasnetzgeschäfts an die Mutter RWE.

Bereinigt ging der Gewinn um ein Drittel auf 407 Millionen Euro zurück - hier belastete die anhaltend schwache Entwicklung im britischen Geschäft. Die Jahresprognose bekräftigte der Konzern. Innogy geht von einem Ergebnisrückgang aus.

EU-Beschluss für Innogy- Deal bis August erwartet

Die Innogy-Übernahme gehört zu einem großangelegten Geschäftetausch zwischen RWE und Eon. Nach der Innogy-Übernahme soll das gesamte Geschäft mit erneuerbaren Energien der beiden Konzerne an RWE gehen, Eon selbst konzentriert sich künftig auf Netz und Vertrieb. Den RWE betreffenden Teil des Geschäfts haben EU-Kommission und Bundeskartellamt bereits ohne Auflagen genehmigt. Die Prüfung der Innogy-Übernahme durch Eon will die EU-Kommission bis zum 23. August abschließen. (dpa/ls)

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