Eon und b.ventus wollen die Eigenversorgung mit Windstrom vorantreiben: (von links) Christoph Esche, Geschäftsführer b.ventus, Julia Gräfin Arco-Valley, Geschäftsführerin b.ventus, Otmar Zisler, Geschäftsführer bei Eon Energie Deutschland.

Eon und b.ventus wollen die Eigenversorgung mit Windstrom vorantreiben: (von links) Christoph Esche, Geschäftsführer b.ventus, Julia Gräfin Arco-Valley, Geschäftsführerin b.ventus, Otmar Zisler, Geschäftsführer bei Eon Energie Deutschland.

Bild: © Eon

Eon wolle gemeinsam mit dem aus der Accelerator-Initiative des Konzerns hervorgegangenen Start-up "b.ventus" bis Ende 2020 mindestens 49 Kleinwindanlagen mit jeweils 250 kW im ganzen Bundesgebiet verkaufen, sagte Otmar Zisler, Geschäftsführer bei Eon Energie Deutschland, bei einem Pressegespräch auf der E-World am Mittwoch in Essen. Zielgruppe seien das produzierende Gewerbe, Stadtwerke, Kommunen, Biogasanlagen-Betreiber sowie Agrar- und Mastbetriebe. Für neun Anlagen sei die Inbetriebnahme bereits fest eingeplant. Beim Verkauf wolle Eon von seiner "großen Vertriebsmannschaft in der Fläche" profitieren, sagte Zisler weiter.

Die von dem aus dem Seilbahnbau bekannten Unternehmen Leitner produzierte Kleinwindkraftanlage könne auch in windschwachen Regionen wie in Süddeutschland betrieben werden, sagte Julia Gräfin Arco-Valley, Geschäftsführerin von "b.ventus". Der getriebelose 3-Flügler laufe bereits bei einer Windgeschwindigkeit von 2,5 Metern pro Sekunde an. Bei einer durchschnittlichen Standardwindverteilung von 5m/s würden jährlich 627 Megawattstunden Strom produziert. Die Anlage sei bei gleichen Windverhältnissen doppelt so produktiv wie die bisherige Technologie in dem Segment. An "b.ventus" selbst halten Eon und Leitner jeweils 30 Prozent der Anteile, die Gründer des Start-ups 24 Prozent. 

Aufgrund geringer Höhe schnellere Genehmigung

Nach einer sechsmonatigen Windmessung und der Beauftragung übernehme "b.ventus" alle weiteren Schritte von der Einholung der Baugenehmigung über den Netzanschluss, die Errichtung der Anlage, die jährliche Wartung sowie anfallende Reparaturen und die Betreiberhaftpflichtversicherung. Die Projektkosten lägen in der Regel bei rund 500.000 Euro.

Da die Kleinwindanlage mit 49 Metern Gesamthöhe vom Bundes-Immissionsschutzgesetz ausgenommen ist, sei der Genehmigungsprozess im Vergleich zu höheren Anlagen deutlich verkürzt, sagte Arco-Valley. Vom Vorvertrag bis zur Inbetriebnahme vergingen sechs bis zwölf Monate. Die Amortisationszeit für die Investition betrage sechs bis zehn Jahre. (hil) 

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