Der italienische Gas- und Erdölkonzern Eni – in Deutschland unter der Marke Agip mit 420 Service-Stationen vertreten – hat in in enger Zusammenarbeit mit Dell Technologies den Supercomputer HPC5 in Betrieb genommen. Er ist mit einer Spitzenleistung von 52 Petaflops – das sind 52 Billiarden Rechenoperationen pro Sekunde – der weltweit schnellste Rechner bei einem privatwirtschaftlichen Unternehmen.
In der Wissenschaft und in der industriellen Forschung spielen Supercomputer eine entscheidende Rolle: Sie liefern die notwendige Rechenleistung für anspruchsvolle Simulationen. Die Megarechner werden beispielsweise genutzt, um das Verhalten von Erdbeben oder Hurrikanen besser zu verstehen, die Folgen des Klimawandels vorherzusagen, den Urknall nachzustellen oder um zu versuchen, das Gehirn des Menschen digital zu „reproduzieren“.
Energie aus dem Meer
Der Ölkonzern ist damit dank HPC5 in der Lage, neue Ansätze auf Basis von Künstlicher Intelligenz und komplexer Algorithmen zur Energiegewinnung und -verarbeitung zu entwickeln. So soll der Supercomputer Forschungs- und Entwicklungsprogramme für den Übergang zu nicht-fossilen Energiequellen beschleunigen. Derzeit wird er unter anderem für fluiddynamische Simulationen eingesetzt, die zur Optimierung von Technologien zur Energiegewinnung aus Meereswellen oder zur Erforschung von organischen Solarzellen, von lumineszierenden Solarkonzentratoren und der magnetischen Fusionsenergie benötigt werden.
Lumineszierende Solarkonzentratoren sind sehr kleine, optisch wirksame Bauelemente, die für das menschliche Auge unsichtbare Wellenlängen des Lichts einfangen und es konzentrieren. Unter magnetischer Fusionsenergie versteht man die technische Gewinnung von elektrischer Energie aus der Kernfusion mit Hilfe von Magnetfeldern.
Aufwendige Modellberechnungen
„Die Energiebranche steht vor der Herausforderung, neue, sichere und vor allem umweltfreundlichere Alternativen zu klassischen Energiequellen zu finden. Diese Aufgabe erfordert aufwendige Simulationen und Modellberechnungen, die ohne leistungsfähige IT-Systeme gar nicht zu bewerkstelligen sind“, betont Stéphane Paté, Senior Vice President & General Manager bei Dell Technologies Deutschland.
„Eni stellt einen Supercomputer vor, dessen Fähigkeiten in der industriellen Welt einzigartig sind. Das System ist in der Lage, die hochkomplexen Prozesse, die die Mitarbeiter von Eni bei ihrer Arbeit unterstützen, zu fördern, noch weiter zu verfeinern und damit unsere digitale Transformation zu beschleunigen“, ergänzt Claudio Descalzi, CEO von Eni. „Wir befinden uns an einem Wendepunkt: Es ist ein weiterer Schritt vorwärts auf dem Weg zu dem globalen Ziel, das wir mit unseren Forschungs- und Technologiepartnern teilen – die Energie von morgen so schnell wie möglich Realität werden zu lassen.“
Energieeffizienter Supercomputer
Mit dem HPC5 arbeitet Eni nicht nur an der Erforschung neuer regenerativer Energiequellen, der Supercomputer zeichnet sich durch eine besonders hohe Energieeffizienz aus: Er hat den geringsten Stromverbrauch pro Petaflop im Vergleich zu anderen Hochleistungsrechnern, was an der GPU-Verarbeitung der Nvidia-Karten liegt (Graphic Processing Units, die für die parallele Berechnung großer Datenmengen optimiert sind).
Der HPC5 steht in dem Green Data Center von Eni südlich von Mailand. Dort wird einerseits selbst erzeugte Solarenergie genutzt, andererseits sorgt ein ausgeklügeltes Rechenzentrumsdesign mit einer Kühlung über eine sogenannte „Low-speed“-Luftzirkulation für eine massive Reduzierung der CO2-Emissionen. (hp)
