Gute Nachrichten für die Stadtwerke Bochum: Der geplante Aufbau einer innovativen Wärme- und Kälteversorgung für das neu enstehende Industriegebiet "Mark 51°7" wird mit 2,3 Mio. Euro aus dem EU-Interreg-Programm North-West gefördert. Gemeinsam mit der Fernwärmetochter FUW und dem Internationalen Geothermiezentrum Bochum will der Kommunalversorger das Energiepotenzial des Grubenwassers aus der ehemaligen Zeche Dannenbaum nutzen, um die notwendige Wärme und Kälte für das Gewerbegebiet bereitzustellen.
Die unterirdische Erschließung des ehemaligen Bergwerks unterhalb des "MARK 51°7-Geländes" soll über zwei Richtbohrungen erfolgen. Das natürliche Energiepotenzial des Grubenwassers wird Prognosen zufolge zu 75 Prozent den Wärme- und Kältebedarf der angeschlossenen Abnehmer decken. Der verbleibende Wärmebedarf wird aus dem Fernwärmenetz der FUW gedeckt. Die restlichen Kältemengen werden über konventionelle Kälteanlagen erzeugt.
Besserer Primärenergiefaktor
Auf dem Industrieareal soll so zunächst ein Gebäudekomplex mit Wärme und Kälte versorgt werden, weitere Bereiche des knapp 70 Hektar großen ehemaligen Opel-Areals sollen folgen. Durch den Einsatz der Geothermie streben die Stadtwerke auf "MARK 51°7" einen besseren Primärenergiefaktor als 0,50 an. Für eine Industriefläche dieser Größenordnung ist das laut den Stadtwerken ein Spitzenwert, der hilft, die gesetzlichen Anforderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV) für Neubauten zu erreichen.
Das Bochumer Vorhaben ist Teil des europaweiten Projekts "D2GRIDS" mit weiteren Piloten in Paris-Scalay (Frankreich), Brunssum (Niederlande) sowie Glasgow und Nottingham (beide Großbritannien). Das Ziel ist: an mehreren Standorten in Europa, Wärme- und Kältenetze der fünften Generation aufzubauen. Das Interreg-Programm North-West Europe wird aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) finanziert, dieser trägt bis zu 60 Prozent der Investitionskosten. (hoe)


