Große Pläne bei der Windkraft: EWE-Vorstandschef Stefan Dohler

Große Pläne bei der Windkraft: EWE-Vorstandschef Stefan Dohler

Bild: © Hauke-Christian Dittrich/dpa

Die Aloys Wobben Stiftung, Alleingesellschafterin des Windenergieanlagenherstellers Enercon, und der Oldenburger Energieversorger EWE haben die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens angekündigt. Ziel der Partnerschaft sind gemeinsame Projekte für die Windenergie an Land. Es solle ein großer deutscher Stromproduzent mit Fokus auf erneuerbare Energien entstehen, hieß es.

Laut der Absichtserklärung soll das Gemeinschaftsunternehmen die von beiden Partnern eingebrachten Bestandswindparks und Projektpipelines bewirtschaften. Gemeinsam wolle man „national sowie international weiteres Wachstum generieren und die resultierenden energiewirtschaftlichen Chancen nutzen“, teilten beide Partner am Mittwochnachmittag mit. Enercon ist derzeit finanziell angeschlagen und baut Stellen ab. Nach Einbrüchen beim Absatz will das Unternehmen die Rotorblattfertigung ins Ausland verlagern. Aloys Wobben ist der Gründer des Auricher Windanlagenherstellers.

EWE hat unternehmerische Führung

Das Gemeinschaftsunternehmen würde den Angaben zufolge nach jetzigem Stand rund 2500 Megawatt (MW) aus Bestandsanlagen sowie eine Projektpipeline von rund 2300 MW umfassen. Geplant sei, dass beide Partner zu gleichen Anteilen an dem Gemeinschaftsunternehmen beteiligt sind. Die unternehmerische Führung liege bei EWE, den Vorsitz des Aufsichtsrates stelle die Aloys Wobben Stiftung. Die Gespräche über die weiteren Details der Kooperation sollen im Laufe des Jahres abgeschlossen werden.

Für EWE sei der Ausbau der Windenergie ein zentrales strategisches Wachstumsfeld, erklärte Stefan Dohler, Vorstandsvorsitzender der EWE AG. Sowohl EWE als auch die Aloys Wobben Stiftung seien stark im Nordwesten verwurzelt, zählten zu den Pionieren der Windenergienutzung in Deutschland und stünden bereits seit einigen Jahren immer wieder im guten Austausch über mögliche Kooperationsmöglichkeiten. Die geplante Partnerschaft stehe – nach der Gründung der Glasfaser-Nordwest mit der Deutschen Telekom im Januar 2020 – im Einklang mit der Strategie, großangelegte Infrastrukturprojekte nach Möglichkeit mit starken Partnern umzusetzen.

Baustein für die Neuausrichtung von Enercon

Bei einem Zustandekommen des Deals könne sich Enercon künftig im Wesentlichen auf die Kernkompetenzen in den Bereichen Entwicklung und Bau sowie Vertrieb und Service von Windenergieanlagen konzentrieren, sagte Heiko Janssen, Vorstandsvorsitzender der Aloys Wobben Stiftung. „Das geplante Gemeinschaftsunternehmen mit EWE ist für die Aloys Wobben Stiftung damit ein wichtiger Baustein für die bereits laufende Neuausrichtung der Enercon-Gruppe und bietet gute Chancen, den Wert von Bestand und Projektpipeline gemeinsam mit einem regionalen Partner weiter zu entwickeln“, so Janssen.

Mit der Gründung eines Joint Ventures könnten die Ressourcen insbesondere für die Neuausrichtung von Enercon im Anlagengeschäft genutzt werden. (hil)

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