Die Elektrizitätswerke Schönau (EWS) im Schwarzwald haben im vergangenen Jahr deutlich an Kunden hinzugewonnen. Zum Jahresende 2017 belieferte die Genossenschaft knapp 190000 Abnehmer (Vorjahr: 178000) mit ökologischem Strom, Gas und Wärme. Dank dieses Zuwachses wurde ein Rekordumsatz von 175 Mio. Euro (Vorjahr: 162 Mio. Euro) erwirtschaftet. Unterm Strich stand ein Jahresergebnis von 6,5 Mio. Euro. Den Genossenschaftsmitgliedern wird vorgeschlagen, aus dem Bilanzgewinn eine Dividende in Höhe von 3,5 Prozent auszuschütten.
Achte Dividendenausschüttung in Folge
Damit werden die Mitglieder im achten Jahr in Folge am Gewinn beteiligt, seit Gründung der Genossenschaft belaufen sich die Ausschüttungen auf 6,5 Mio. Euro. Die EWS haben im vergangenen Jahr sowohl mehr Strom als auch Gas verkauft. Der Stromabsatz kletterte auf 664 Mio. kWh (Vorjahr: 631 Mio. kWh), der Gasabsatz auf 430 Mio. kWh (Vorjahr: 374 Mio. kWh).
"Regional sind wir mit dem Ausbau von Wärmenetzen bei der Umsetzung der Wärmewende einen großen Schritt vorangegangen", sagte Vorstand Rolf Wetzel. Die Chancen der Digitalisierung nutzen die EWS zudem in einem Modellprojekt für Bürgernenergiesysteme in Schönau mit dem Energiedienstleister EGT Triberg und dem Freiburger Start-up Oxygen Technologies. In einem Feldtest werden ökologische Erzeugungsanlagen und umweltfreundliche Batteriespeicher über eine Steuerungshardware geregelt und die so bereitgestellten Strommengen über die digitale Peer-to-Peer Plattform von Oxygen Technologies gehandelt.
"Drastische Verschlechterung der politischen Rahmenbedingungen"
Für die neue Bundesregierung spiele das Thema Klimaschutz lediglich eine untergeordnete Rolle, der Ausbau der erneuerbaren Energien werde durch das neue Ausschreibungssystem gebremst, kritisiert die EWS. Trotz der drastischen Verschlechterung der politischen Rahmenbedingungen hinsichtlich einer effektiven Klimaschutzpolitik, werde das Unternehmen weiterhin an der Umsetzung der Energiewende arbeiten.
Größte Energiegenossenschaft in Baden-Württemberg
Die treue und stetig wachsende Kunden- und Mitgliederzahl bildet dafür die Grundlage. Im vergangenen Jahr hat die Genossenschaft mehr als 1000 Mitglieder neu aufgenommen. Mit 6172 Mitgliedern sind die EWS mittlerweile die größte Energiegenossenschaft in Baden-Württemberg. Gestiegen ist auch die Mitarbeiterzahl von 110 im Jahr 2016 auf aktuell 130. Für 2018 rechnen die EWS mit einer stabilen Entwicklung. Ende Mai wurden zirka 194000 Kunden versorgt, daneben werden neue innovative Geschäftsfelder erschlossen. "um die umweltfreundliche, dezentrale und bürgereigene Energiewende weiter voranzutreiben". (hoe)

Der Vorstand der EWS Schönau (von links): Rolf Wetzel, Sebastian Sladek, Alexander Sladek, Armin Komenda.
Bild: © EWS Schönau
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