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Ex-Uniper-Chef Schierenbeck verstärkt Vorstand von Wasserstoff-Start-up

Das junge Unternehmen hat sich viel vorgenommen: Es will in Deutschland grünen Wasserstoff zu Preisen herstellen, die mit denen für Wasserstoff aus dem Nahen Osten konkurrieren können.
02.02.2022

Von Uniper zum Wasserstoff-Start-up: Andreas Schierenbeck hat eine neue Aufgabe.

Der früherer Uniper-Chef Andreas Schierenbeck verstärkt den Vorstand des Hamburger Wasserstoff Start-ups HH2E. Er leitet das Unternehmen gemeinsam mit dem Firmengründer Andreas Voigt sowie Mark Page, der für die Finanzen des Start-ups zuständig ist.

„Ich habe über 20 Jahre in großen, globalen Organisationen verbracht und mich mit deren Leistungen und Produkten, der Einführung von Innovationen auseinandergesetzt. In diesen großen Unternehmen muss man sich aber auch sehr zeitintensiv mit der häufig sehr langsamen Veränderung ihrer Kultur sowie mit ihrer internen Bürokratie beschäftigen“, erläutert Schierenbeck in einer Pressemitteilung. Nun sei es an der Zeit, sich auf das zu konzentrieren, was sich direkt und schnell auswirke: die Entwicklung von Innovationen, Technologien und profitablen Geschäftsmodellen, die Wirtschaft und Gesellschaft positiv verändern.

Grüner Wasserstoff zu günstigen Preisen

HH2E hat sich ambitionierte Ziele gesetzt: Bereits im Jahr 2025 will das Unternehmen grünen Wasserstoff in Deutschland zu denselben Preisen produzieren und liefern können, die für grünen Wasserstoff veranschlagt werden, der im Jahr 2030 aus Regionen wie dem Nahen Osten oder Australien importiert wird.

Möglich machen soll es ein neuer technologischer Ansatz. Das HH2E-Werk besteht aus drei Hauptkomponenten: einer Hochtemperatur-Speichereinheit, einem Zinkelektrolyseur (Battolyzer) und einer Stromerzeugungseinheit. Die Speichereinheit kann große Mengen an Wind- und Sonnenenergie in Form von Wärme auf hohem Temperaturniveau speichern. Der Zinkelektrolyseur bietet nach Unternehmensangaben einen höheren Wirkungsgrad als alle anderen Elektrolyseur-Typen. Er produziert Wasserstoff demnach auch dann, wenn die Energie- bzw. Stromzufuhr nicht gegeben ist. Die Stromerzeugungseinheit besteht aus einer Wasserstoffturbine oder einer Brennstoffzelle, die kohlenstofffreien Strom erzeugt.

Sektorenkopplung angehen

"Es ist nun an der Zeit, die Sektorenkopplung endlich umfassend anzugehen“, sagt Schierenbeck. „Dabei können wir nur dann einen wirklich starken grünen Energiesektor aufbauen, wenn wir kosteneffiziente und praktische Wege zur Dekarbonisierung wichtiger Branchen ebnen."

Wie Mark Page erläutert, zielt das Start-up auf skalierbare Projekte ab einer Leistung von 100 MW ab, die ein Investitionsvolumen von 2,7 Milliarden Euro in der ersten Projektwelle umfassen. Bis 2030 wolle man insgesamt Elektrolyseure mit einer Kapazität von 4 GW zur Erzeugung von kostengünstigem grünem Wasserstoff in Betrieb nehmen. (amo)