Kommunen sind mit ihren über 170 000 Liegenschaften wesentlich am Energieverbrauch in Deutschland beteiligt. Damit sich das ändert – Strom und Wärme gespart werden – hat die Deutsche Umwelthilfe (DUH) das Projekt „SmartRathaus“ ins Leben gerufen. Mittlerweile stehen fünf Teilnehmer fest, die sich die nächsten drei Jahre auf die Etablierung eines intelligenten Energiemanagements im Gebäudebereich einlassen.
Birkenwerder, Böblingen, Borkum, Steyerberg und Wörth am Rhein werden gemeinsam mit der DUH und der Hochschule Biberach individuelle Strategien zur Gebäudeautomation ausarbeiten. Im Kern geht es darum, Smart-Home-Lösungen in Liegenschaftsgebäude mit den unterschiedlichsten Voraussetzungen zu etablieren. Es sollen „Energiefresser“ lokalisieren werden und Beleuchtung, Belüftung, Wärme- und Kälteversorgung intelligent aufeinander abgestimmt werden. Dabei können systematische Zählerkonzepte die Basis sein, um den Verbrauch zu analysieren und Einsparpotenziale zu erkennen.
Eine Initiative mit Vorbildcharakter
Insgesamt hatten sich 50 Städte und Gemeinden für das Projekt beworben. Die fünf kleinen und mittleren Kommunen wurden ausgewählt, da sie eine „große Bandbreite von Themen und Problemstellungen“ mitbringen, erklärte Steffen Holzmann, Projektleiter Digitalisierung bei der DUH. „Mit den ausgewählten Modellprojektendecken wir ein breites Spektrum von häufigen Aufgabenstellungen in der kommunalen Liegenschaftsverwaltung ab“, so Holzmann weiter. Dadurch sollen die Erfahrungen und Ergebnisse auf möglichst viele Kommunen in Deutschland übertragbar sein und zum Nachahmen animieren.
Während Böblingen und Wörth am Rhein bereits erste Erfahrungen in der Gebäudeautomation gesammelt haben, stehen die restlichen Teilnehmer noch ganz am Anfang ihres Energiemanagements. Alle Kommunen bringen jedoch spannende Ideen und Herausforderungen für das Projekt mit. So soll in Flecken-Styerberg künftig ein neues Fernwärmenetz entstehen, das unter anderen 24 öffentliche Liegenschaften miteinander verbindet. Borkum als Tourismusmagnet sieht sich hingegen mit der saisonalen Nutzung von vielen Gebäuden konfrontiert. In Birkenwerder stehen Sanierungen an verschiedenen Gebäuden an, die wiederum großes Potenzial für Smart-Home-Lösungen lassen. Die Wörther sind schon einen Schritt weiter und können dank der modernen Architektur erste Steuerungs- und Regulationsalgorithmen ausprobieren. (ls)



