Die Gaskosten für einen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden sind laut einer Erhebung von Verivox auf Jahressicht um 28,2 Prozent gestiegen.

Die Gaskosten für einen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden sind laut einer Erhebung von Verivox auf Jahressicht um 28,2 Prozent gestiegen.

Bild: © Ilya Rumyantsev/Adobestock

Jahrelang schien es sich für Sparfüchse zu lohnen, Tarife zu wechseln. Zumindest ermutigten nicht nur Verbraucherschützer Kunden gern dazu, genau dies zu tun. Nicht so dieses Jahr.

Beispiel Stadtwerke München: Während etwa ein Bestandskunde aus dem bayerischen Günzburg im Tarif M-Erdgas Fix auch nach Erhöhung noch einen Verbrauchspreis von 6,05 Cent brutto pro kWh zahlt, müssen Neukunden laut Website im selben Gebiet und mit selbem Tarif derzeit mehr als das Doppelte berappen: nämlich 12,34 Cent pro kWh.

Grundversorger am günstigsten

Auch die Grundpreise unterscheiden sich deutlich: 109,55 Euro pro Jahr für den Bestandskunden, 188,09 Euro für den Neukunden. Immerhin aber winkt dem Neukunden ein Bonus von 50 Euro.

Auch auf dem Vergleichsportal Verivox sind Verbrauchspreise von weniger als zehn Cent pro kWh nicht mehr in Sicht. Am günstigsten ist dort Grundversorger Erdgas Schwaben mit einem Verbrauchspreis von 10,42 Cent pro kWh und einem Grundpreis von knapp 60 Euro pro Jahr.

Billiganbieter ganz teuer

Billiganbieter Spar-Fuxx berechnet pro kWh sogar einen Verbrauchspreis von satten 24,12 Cent pro kWh. Er landet im Verivox-Ranking damit abgeschlagen auf Platz 39. Alle hier genannten Daten stammen von Montagnachmittag.

Dass Grundversorgungstarife vielerorts inzwischen günstiger seien als alle anderen Angebote, sieht nicht zuletzt Marcus Wittig, Chef der Stadtwerke Duisburg, kritisch. "In einen Grundversorgungstarif berechnen wir zahlreiche Risikovariablen wie zum Beispiel Zahlungsausfälle oder die extrem kurzen Kündigungsfristen mit ein", sagt er in einem vom Konzern selbst veröffentlichten Interview.

Duisburger Stadtwerkechef sieht Lage kritisch

"Unser unternehmerisches Risiko, das bei diesen Tarifen deutlich höher ist, muss eingepreist werden. Damit ist doch klar, dass dieser Tarif [eigentlich] teurer sein muss als andere Tarife mit längeren Bindungsfristen. Der Markt ist in einem eklatanten Ungleichgewicht."

Derweil wird die Liste der Grundversorger, die ihre Gaspreise erhöhen, immer länger. Energiekonzern EnBW schlägt im kommenden Jahr nach eigenen Angaben um 1,32 Cent pro kWh auf nunmehr 7,84 Cent auf.

Duisburg und Jena erhöhen Gaspreise

Auch die Stadtwerke Jena-Plößneck passen an. Die Mehrkosten sollen dort für einen durchschnittlichen Jahresverbrauch von 18.000 kWh rund 34 Euro pro Monat betragen. Bislang kostete eine kWh in der Jenaer Grundversorgung 7,30 Cent pro kWh.

Ferner kündigten die Stadtwerke Duisburg höhere Gaspreise in der Grundversorgung an. Diese steigen nach eigenen Angaben um etwa 5,6 Prozent (Jahresverbrauch 16.000 kWh). In Duisburg zahlten Kunden in der Grundversorgung bislang 8,38 Cent pro kWh.

Stadtwerke Duisburg senken Strompreise

Anders ist die Lage bei den Strompreisen. (Die ZfK berichtete.) EnBW hält die Preise für Haushaltsstrom stabil und senkt sie für den Wärmestrom leicht.

Auch der Strom-Grundversorgungstarif der Stadtwerke Duisburg wird billiger, in diesem Fall um etwa drei Prozent (4000 kWh Verbrauch). Die Stadtwerke Jena-Pößneck heben die Preise in ihrer Strom-Grundversorgung an. Kunden mit einem Jahresverbrauch von 1850 kWh zahlen dort nun vier Prozent pro Monat mehr. (aba)

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