An dem Handelspunkt TTF notierte der Gasjahreskontrakt Cal25 bei 37,205 Euro/MWh und markierte damit den Höchststand des Jahres. Seit Monatsbeginn entspricht dies einem Anstieg um gut 12 Euro je MWh.
Obwohl der Gasspeicherfüllstand derzeit mit 69,29 Prozent gut ist, kennt der Gaspreis seit Wochen nur eine Richtung: nach oben. Diese Tendenz konnte auch der insgesamt milde Verlauf des Winters nicht stoppen.
Geopolitische Faktoren
Neben den saisonbedingten Wartungsarbeiten seien hier vor allem die geopolitischen Faktoren ausschlaggebend, sagte Joachim Endress, Geschäftsführer des Beratungsunternehmens Ganexo, im Gespräch mit der ZfK.
Zum einen schauen die Händler mit Sorge auf die Entwicklung des Konflikts zwischen Israel und Iran. Spätestens nach dem massiven Raketenbeschuss Israels durch Iran in der Nacht auf den 14. April spekulieren die Rohstoffmärkte, wie die Antwort ausfallen wird.
Alle Terminkontrakte deutlich bullish
Das spiegelt sich bei den Kontrakten wider. Nicht nur das Frontjahr, auch die Monats- und Quartalsprodukte haben seitdem kräftig angezogen. Innerhalb einer Woche legte der Mai-Kontrakt um 4,50 Euro/MWh zu. Zuletzt notierte er bei 31,80 Euro/MWh. Bereits vor der Eskalation in Nahost agierten die Gaspreise eindeutig bullish. Der Grund seien die intensiven Raketenangriffe Russlands auf die ukrainische energetische Infrastruktur. Mehrere Erzeugungsanlagen sind Medienberichten zufolge vollständig zerstört worden.
Das stellt die EU vor die Herausforderung, die Versorgungssicherheit in der Ukraine in den kommenden Monaten – und vor allem im Winter – herzustellen. Ebenfalls als preistreibend erweisen sich die Angriffe Russlands auf die Gasspeicherkapazitäten der Ukraine, wo auch westeuropäische Gasversorger ihre Mengen deponiert haben. (am)
Mehr zu den Gaspreisentwicklungen lesen Sie jeden Donnerstag in der Kolumne von Joachim Endress


