Ab einem Jahresverbrauch von 50.000 kWh pro Jahr beim Strom und von rund 300.000 kWh beim Gas verhandeln Geschäftskunden in der Regel einen individuellen Energiearbeitspreis mit ihrem Energieversorger.

Ab einem Jahresverbrauch von 50.000 kWh pro Jahr beim Strom und von rund 300.000 kWh beim Gas verhandeln Geschäftskunden in der Regel einen individuellen Energiearbeitspreis mit ihrem Energieversorger.

Bild: © auremar/Adobestock

Die rekordhohen Preise an den Energiebörsen haben auch deutliche Auswirkungen auf Geschäftskundenvertrieb und Beschaffungsstrategien. "In den vergangenen Wochen gehen die Energieberater gezielt auf uns zu, weil es deutlich schwieriger geworden ist, einen Energielieferanten zu finden", sagt etwa Arndt Thißen, Leiter Geschäftskundenvertrieb und Energiedienstleistungen bei den Stadtwerken Krefeld Energie GmbH. Viele Geschäftskund:innen suchten noch einen Versorger für das kommenden Jahr.

Die SWK wickeln seit einigen Jahren das Gros der Beschaffungsverträge in diesem Kundensegment über die selbst entwickelte Tranchenlösung "Tranche Komfort" ab und verzeichnen dank dieser auch in der aktuellen Marktphase deutliche Zuwächse im Neukundengeschäft.

Intelligenter Algorithmus überwacht Preisentwicklung

Das Modell basiert auf dem Prinzip der Risikostreuung. Es wird die ganze Energiemenge für einen Lieferzeitraum zu einem Zeitpunkt gekauft, sondern in einem Preisbildungszeitraum, der bis zu 60 Monate betragen kann. In jedem Monat wird anteilig eine Tranche der benötigten Menge bereitgestellt. Ein intelligenter Beschaffungsalgorithmus überwacht die Preisentwicklung an der Börse.

Steigen die Preise wird die monatliche Tranche eingedeckt und so sichert sich der Kunde/die Kundin im steigenden Markt sukzessive ab. Fallen die Preise wird die Tranche nicht eingedeckt und die Kursgewinne werden automatisch mitgenommen. Die Lösung bieten die SWK allen Geschäftskund:innen an, vom Bäcker bis zum Industriebetrieb.

Auch einige weitere Stadtwerke nutzten "Tranche Komfort" und profitierten davon auch in der Phase der aktuellen Preiskapriolen, so Thißen. Grundsätzlich setzten die SWK aber auf "vorsichtigen Vertrieb" und schauten sich die Bonität der Kund:innen und die Bewirtschaftungsrisiken genau an.

Rheinenergie: "Markt funktioniert weiterhin"

Auch laut der Kölner Rheinenergie gibt es aktuell noch mehr Geschäftskund:innen mit offenen Lieferverträgen als sonst zu diesem Zeitpunkt des Jahres. Die Mehrzahl der Kunden habe die Belieferung für 2022 aber bereits abgeschlossen. Der Markt funktioniere weiterhin und es gebe eine Vielzahl an Anbieter:innen im Markt.

"Gerade bei unseren langjährigen Partnern haben wir frühzeitig über mögliche Beschaffungsstrategien gesprochen, um die eingetretenen Risiken zu minimieren", so der Regionalversorger weiter. Daher sei der Großteil der Kunden von den Entwicklungen nicht so stark betroffen. Mit Neukunden versuche man auch in Abhängigkeit von der Risikobereitschaft und -fähigkeit ähnliche Modelle zu entwickeln. Die Zahl der ersatzversorgten Kund:innen in diesemSegment hatte sich bis Anfang Dezember weder in Krefeld noch in Köln erhöht. (hoe)

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------

Mehr zu dem Thema lesen Sie in der Dezemberausgabe der ZfK, die am Montag erschienen ist. Zum Abo geht es hier.

 

 

Lesen Sie weiter mit Ihrem ZFK-Abonnement

Erhalten Sie uneingeschränkten Zugang zu allen Inhalten der ZFK!

✓ Vollzugriff auf alle ZFK-Artikel und das digitale ePaper
✓ Exklusive Analysen, Hintergründe und Interviews aus der Branche
✓ Tägliche Branchen-Briefings mit den wichtigsten Entwicklungen

Ihr Abonnement auswählen

Haben Sie Fehler entdeckt? Wollen Sie uns Ihre Meinung mitteilen? Dann kontaktieren Sie unsere Redaktion gerne unter redaktion@zfk.de.

Home
E-Paper