Thomas Jorberg ist Vorstandssprecher der sozial-ökologisch ausgerichteten GLS-Bank mit Sitz in Bochum.

Thomas Jorberg ist Vorstandssprecher der sozial-ökologisch ausgerichteten GLS-Bank mit Sitz in Bochum.

Bild: © GLS Bank

Die auf Kredite an ökologisch wirtschaftende Unternehmen sowie nachhaltige und soziale Kapitalanlagen spezialisierte GLS-Bank aus Bochum setzt ihren Wachstumskurs fort. Das nach eigenen Angaben größte nachhaltige Finanzinstitut in Deutschland hat sein Betriebsergebnis im vergangenen Jahr um gut 13 Prozent auf 40,4 Millionen Euro verbessert. Zudem wurden 35.000 Neukunden gewonnen. Das bei der Bank angelegte Geld stieg um 895 Mio. auf 5,6 Mrd. Euro, das entspricht einem Plus von 19 Prozent. Das Kreditvolumen stieg um 423 Mio. auf 3,8 Mrd. Euro, die Bilanzsumme um eine Milliarde auf 6,7 Mrd. Euro. "Mit dieser Kapitalkraft und über 30.000 Unternehmen in Deutschland bringen wir die Transformation der Gesellschaft voran“, erklärte Vorstandssprecher Thomas Jorberg bei der Bilanzpressekonferenz am Mittwoch (5. Februar).

Die kräftig wachsende Alternativbank verschärft gleichzeitig ihre Strafzinsen für reiche Kunden. Sparer mit mehr als 250.000 Euro auf dem Konto müssen ab dem 1. April eine Gebühr von 0,5 Prozent auf ihr Guthaben zahlen. Das treffe etwa ein Prozent der rund 242.000 Klienten. Derzeit verlangt die GLS-Bank diese Gebühr erst ab Einlagen von einer Million Euro.

"Ausweitung des Einlagenentgelts"

Bankchef Thomas Jorberg begründete die Ausweitung des "Einlagenentgelts" mit der immer weiter schrumpfenden Zinsmarge im Bankgeschäft. In der Vergangenheit hätten die Kreditnehmer weitgehend die Kosten der Bochumer Bank gezahlt. Das sei vorbei. "Bankleistungen werden künftig noch mehr einen Preis haben", sagte Jorberg mit Blick auf die Branche. Für alle GLS-Konten hatte die Bank bereits 2017 einen Grundbeitrag von 60 Euro im Jahr eingeführt. Auf die Kundenzahl habe das keine Auswirkungen gehabt, sagte Jorberg.

Die GLS-Bank überprüft ihre Fonds und die vergebenen Kredite darauf, ob sie dazu beitragen, die Erderwärmung bis 2050 auf 1,5 Grad zu begrenzen. Damit sieht sich das Institut als Vorreiter in der Branche. Künftig würden alle Banken die Klimarisiken ihrer Kunden ermitteln müssen, sagte Jorberg. Die Finanzaufsicht Bafin dringe schon jetzt darauf, dass Banken, Versicherer und Investmentfonds Nachhaltigkeitsrisiken stärker in ihre Risikobetrachtung einbeziehen.

"Viele Holzhäuser finanziert"

Ebenso wichtig für die Transformation sei es, soziale Bedürfnisse beim Klimawandel zu berücksichtigen. Die GLS Bank hat darum ganzheitliche Zukunftsbilder für ihre Kernbranchen entwickelt. Etwas beim Thema Wohnen, wo sich das Unternehmen mit 931 Mio. Euro Gesamtkreditvolumen engagiert. „Wir haben vergangenes Jahr viele Holzhäuser finanziert. Dieser und andere ökologische Baustoffe setzen sich immer mehr durch. Außerdem ist es gelungen, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, der im Schnitt zehn Prozent günstiger ist als die ortsübliche Miete“, erklärt Aysel Osmanoglu, Vorstandsmitglied der GLS Bank. (dpa/hoe)

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