Hochspannungsleitungen führen vor dem Abendhimmel durch die Landschaft bei Leuna. Von den hohen Strompreisen will die Bundesregierung Verbraucher spätestens im Januar entlasten

Hochspannungsleitungen führen vor dem Abendhimmel durch die Landschaft bei Leuna. Von den hohen Strompreisen will die Bundesregierung Verbraucher spätestens im Januar entlasten

Bild: © Jan Woitas/dpa

Zum ersten Januar verzeichnet das Vergleichsportal Check24 bisher 417 Preiserhöhungen von Stromgrund- und 262 Preiserhöhungen von Gasgrundversorgern. Betroffen von den Strompreiserhöhungen sind laut einer Pressemitteilung rund sechs Millionen Haushalte. 

Die Erhöhungen im Strombereich betragen im Schnitt 62,4 Prozent im Vergleich zum 30. September. Das entspricht Mehrkosten von durchschnittlich 986 Euro bei einem Verbrauch von 5.000 kWh (vierköpfige Familie). Die Börsenstrompreise sind im Vergleich zum vergangenen Jahr um 145 Prozent gestiegen.

„Die Vebraucher*innen müssen sich auf deutlich steigende Preise einstellen", sagt Steffen Suttner, Geschäftsführer Energie bei Check24. „Gaskraftwerke sind essenziell im deutschen Strommix, um schwankende erneuerbare Energien auszugleichen. Sie bestimmen so maßgeblich den Strombörsenpreis mit. Die hohen Preise werden mit etwas Verzögerung an die Endkund*innen weitergegeben.“



Durchschnittlicher Strompreis liegt bei 42,7 Ct. pro kWh

Ein Musterhaushalt (5.000 kWh) zahlt im November im Schnitt 2.136 Euro jährlich für Strom. Das entspricht einem durchschnittlichen Preis von 42,7 ct. pro kWh. Im Vergleich zum Vormonat sinkt der Preis um zwei Prozent. Im Vorjahresmonat zahlten Verbraucher*innen 1.579 Euro – ein Plus von rund 35 Prozent.



Für Januar gibt es zudem bereits 262 Fälle von Gaspreiserhöhungen in der Grundversorgung. Betroffen davon sind rund 2,7 Millionen Haushalte. Die Erhöhungen betragen im Schnitt 55,6 Prozent im Vergleich zum 30. September. Das entspricht Mehrkosten von durchschnittlich 1.262 Euro bei einem Verbrauch von 20.000 kWh (vierköpfige Familie im Reihenhaus).



„Verbraucher*innen zahlen in diesem Winter so viel wie noch nie fürs Heizen“, sagt Steffen Suttner. Der Krieg in der Ukraine sowie die Ausfälle mehrerer Kernkraftwerke in Frankreich trieben die Energiepreise nach oben. Mit besonders frostigen Temperaturen werden die Energiekosten weiter steigen.

Netznutzungsentgelte für Strom und Gas steigen deutlich



Die Netznutzungsentgelte Strom steigen 2023 um durchschnittlich 19 Prozent.

 Im Osten des Landes steigen die Netznutzungsentgelte deutlich stärker als im Westen der Bundesrepublik (+27 Prozent vs. +17 Prozent).

 Ein Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 5.000 kWh Strom zahlte 2022 durchschnittlich 432 Euro für die Netznutzung, im kommenden Jahr werden es 513 Euro sein (+82 Euro).

Die Netznutzungsentgelte Gas steigen 2023 um durchschnittlich acht Prozent. Und das, obwohl die Mehrwertsteuer, die auch auf die Netznutzungsentgelte fällig wird, von 19 auf 7 Prozent gesenkt wurde.

– Netto steigen die Netznutzungsentgelte Gas um 18 Prozent bundesweit.



Im Osten des Landes steigen die Netznutzungsentgelte etwas stärker als im Westen der Bundesrepublik (+10 Prozent vs. +8 Prozent).

– Ein Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 20.000 kWh Strom zahlte 2022 durchschnittlich 379 Euro für die Netznutzung, im kommenden Jahr werden es 411 Euro sein (+32 Euro).

 Steigende Netznutzungsentgelte bei Gas sind auf die verringerten Gasimporte zurückzuführen“, sagt Steffen Suttner. Es fließt weniger Gas durch das Netz und die entstehenden Kosten werden auf weniger Kilowattstunden verteilt. (hoe)

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