Die Stadtwerke Halle (SWH) investieren kräftig in die Infrastruktur. Ein erheblicher Teil der Gelder fließt in das bereits im Vorjahr begonnene Großprojekt "KWK35". Damit werden die beiden GuD-Kraftwerke modernisiert und weitere Engagements in Windparks realisiert. Zudem errichtet und betreibt die Tochter Energieversorgung Halle (EVH) eigene Solaranlagen (11 MWp) und auch eine große Solarthermieanlage (3,7 MWp) in unmittelbarer Nähe des GuD-Kraftwerkes Trotha im Norden der Stadt. Ein Wärmespeicher mit 50.000 Kubikmeter Volumen – der größte seiner Bauart weltweit –, ging bereits im Vorjahr ans Netz und soll die Stromerzeugung der GuD-Anlage Dieselstraße von der Wärmeproduktion entkoppeln helfen.
2019 liegt Schwerpunkt auf GuD-Kraftwerk Dieselstraße
Dort liegt in diesem Jahr der technische Schwerpunkt der Neubauten. Bereits im Entstehen ist das Kraftwerksgebäude für den neuen Block C, der bis 2020 eine dritte Gasturbine aufnehmen soll. Damit werde man die Versorgungssicherheit und Flexibilität deutlich steigern, versichert Matthias Lux, Vorsitzender Geschäftsführer der Stadtwerke Halle, der die Investitionskosten hierfür mit 42,8 Mio. Euro beziffert. Zugleich werde in diesem Jahr auch der Ersatz der beiden GuD-Turbinen beginnen. Die neuen Anlagen für 57,2 Mio. Euro sollen ebenfalls flexiblere Lastkurven fahren können und zudem schwarzstartfähig sein. Insgesamt fließen damit in diesen Standort etwa 111 Mio. Euro, bevor im Anschluss auch das GuD-Kraftwerk in Trotha komplett modernisiert wird.
Die Saalestadt setzt damit weiter sehr stark auf die Fernwärme, mit der inzwischen rund die Hälfte aller Haushalte versorgt wird und die bislang komplett erdgasgestützt ist. Für rund 3,8 Mio. Euro soll in diesem Jahr das Netz verdichtet und punktuell auch erweitert werden. Lux versicherte, dass dieses Angebot auch von immer mehr Investoren am wachsenden Immobilienmarkt genutzt werde, weil sich mit dem günstigen Primär-Energiefaktor finanzielle Vorteile besonders bei Neubauten ergeben.
Finanzierung auch mit Krediten der KfW
Für das Investitionsprogramm wird die EVH neue Kredite aufnehmen und auch die Förderbank KfW mit einbeziehen. "Das große Programm allein aus dem Cashflow zu finanzieren, ist nicht möglich. Wir werden den Löwenanteil fremd finanzieren und die möglichen Fördermittel nutzen", sagte Lux. In der Bilanz werde sich damit allerdings nur wenig verschieben, weil der höheren Verschuldung auch ein höherer Anlagenwert gegenüberstehe.
Insgesamt investiert die Stadtwerke-Halle-Gruppe im Jahr 2019 160 Mio. Euro. Neben der Summe von 76,5 Mio. Euro der EVH fließen 35,7 Mio. Euro der Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH (HWS) zu, 42,2 Mio. Euro der Hallesche Verkehrs-AG (HAVAG) und 5,5 Mio. Euro werden für sonstige Aktivitäten aufgebracht. (masch)



