Beim operativen Ergebnis (EBITDA) geht der RWE-Konzern für das Geschäftsjahr nunmehr von einer Spanne von 3,6 bis 4 Milliarden Euro aus, wie das Dax-Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Zuvor war mit 3,3 bis 3,6 Milliarden Euro gerechnet worden. Beim bereinigten Nettoergebnis schraubte RWE auch aufgrund eines besseren Finanzergebnisses den Ausblick auf 1,3 bis 1,7 von zuvor 1,1 bis 1,4 Milliarden Euro hoch. Den Aktionären wird weiterhin eine Dividende von 0,90 Cent/Aktie für das Geschäftsjahr 2022 in Aussicht gestellt. Den detaillierten Geschäftsbericht für das vergangene Jahr will RWE am 15. März veröffentlichen.
RWE habe in einem „dynamischen Marktumfeld“ von höheren Erzeugungsmargen profitiert, erklärte Finanzvorstand Michael Müller. Dadurch sei der Konzern „in einer noch besseren Position“, um seine Growing-Green-Strategie umzusetzen. Beim Blick auf die einzelnen Geschäftsfelder fällt vor allem die heraufgesetzte Prognose für das Segment Wasser/Biomasse/Gas auf. Dort wurde die Einschätzung für das bereinigte operative Ergebnis (EBITDA) auf 700 bis 900 von zuvor 550 bis 650 Mio. Euro heraufgesetzt.
Starker Anstieg im Segment Kohle/Kernenergie
Für das Segment Kohle/Kernenergie rechnet das Management nunmehr mit einem operativen Ergebnis von 650 bis 750 Mio. Euro. Bisher lag hier die Spanne bei 550 bis 650 Mio. Euro. Die Prognosebandbreiten für Offshore Wind und Onshore Wind/Solar wurden am oberen Ende etwas geringer jeweils um 50 Mio. Euro angehoben. Beim Energiehandel bleibt es bei dem bisherigen Ausblick von 150 bis 350 Mio. Euro.
Kohle und Atomkraft werden bei RWE angesichts der Ausstiegsszenarien nicht mehr zum Kerngeschäft gezählt. Insgesamt verfügt der Dax-Konzern bei Gaskraftwerken europaweit über ein Portfolio von 15.187 Megawatt (MW). Bei der Kernkraft betreibt RWE noch das Atomkraftwerk Lingen mit einer Kapazität von 1.336 MW. Ende dieses Jahres wird Lingen gemeinsam mit den Kernkraftwerken Isar 2 und Neckarwestheim 2 vom Netz gehen, womit in Deutschland der Atomausstieg vollendet ist.
Bei der Steinkohle mit Standorten in Deutschland und den Niederlanden beläuft sich die Gesamtkapazität von RWE auf 2.370 MW, bei der Stromerzeugung aus Braunkohle in Deutschland auf noch 7.882 MW. (hil)
