Eon hat den EU-Behörden rund 20 Namen für das designierte Führungsteam genannt, das auf der Ebene direkt unterhalb des von Johannes Teyssen geleiteten Vorstands arbeiten soll. Die Personalien für diese Ebene stehen nach Unternehmensangaben damit "zu einem großen Teil fest". Die jetzt benannte Gruppe des zukünftigen Führungsteams besteht etwa zur Hälfte aus Führungskräften von Eon und Innogy. Aus Gründen des Datenschutzes und wegen der Einspruchsmöglichkeit durch die EU, deren Vorbehalte bis zum 20. September vorgebracht werden könnten, wurden noch keine Namen genannt.
Teyssen begrüßte den durch die Festlegung der Personalien erzielten Fortschritt in der Fusion von Eon und Innogy: "Ich freue mich über die ausgeglichene Zusammensetzung und den Frauenanteil von einem guten Viertel der jetzt benannten künftigen Top-Führungskräfte. Wir werden optimal von den Erfahrungen und Stärken beider Unternehmen profitieren. Ich sehe das als gute Grundlage für eine gelingende Integration und freue mich darauf, mit diesem hoch qualifizierten Team gemeinsam das Beste für unsere Kunden und unser Unternehmen zu erreichen."
Qualifikation als wichtigstes Kriterium
Dass die Hälfte der Kandidaten für die neue Eon-Führung von Innogy kommt, betont Teyssen gleich mehrfach. "Wir haben einen fairen und transparenten Auswahlprozess für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus beiden Unternehmen versprochen", sagt er. Und es ist ihm sehr um Professionalität zu tun: "Selbstverständlich war daher das wichtigste Kriterium die Qualifikation", so Teyssen, "wir haben die besten Kandidatinnen und Kandidaten für die jeweilige Position gesucht und gefunden." In Essen hoffen die Verantwortlichen nun, dass auch Brüssel die gefundenen Kandidaten akzeptiert.
Im Zuge der Übernahme großer Teile von Innogy sollen dort und bei Eon bis zu 5.000 Stellen wegfallen, Kündigungen sollen jedoch bis 2024 ausgeschlossen sein. Mitarbeiter, die freiwillig gehen, erhalten anderthalb Bruttogehälter und dazu ein halbes Monatsgehalt für jedes Beschäftigungsjahr – bei Eon läuft diese Regelung unter "Sprinterprämie". Eon rechnet mit einem pünktlichen Abschluss der Transaktion, zumal die Übernahme der nicht an Eon gehenden Teile von Innogy durch RWE bereits genehmigt worden ist.
RWE hat die Genehmigung bereits
RWE hat bereits die Genehmigung erhalten, die Erzeugung erneuerbarer Energien von Eon sowie dieselbe Sparte von Innogy in eine eigene neue Sparte "RWE Renewables" zu integrieren. Die Genehmigung für Eon ist, so die Hoffnung in Essen, nur eine Formfrage. Angesichts der komplexen Materie ist die konzerninterne Klärung der Spitzenpersonalien wahrscheinlich wichtig, um Orientierung und Sicherheit für viele Mitarbeiter zu schaffen – in allen betroffenen Unternehmen.(sig)
