So viel Harmonie war selten: Gemeinsame Pressekonferenz von Eon und RWE in Essen.

So viel Harmonie war selten: Gemeinsame Pressekonferenz von Eon und RWE in Essen.

Bild: © Rolf Vennenbernd/dpa

Durch den Eon-RWE-Deal werden „die Karten im Konzessionswettbewerb völlig neu gemischt“. Für Stadtwerke könnte das eine Chance sein, prognostizierte Henry Otto, Partner und Leiter Beratung Energiewirtschaft bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC)  bei seinem Vortrag am zweiten Tag des Stadtwerkekongresses in Kassel. Durch die Transaktion wird Eon Deutschlands größter Verteilnetzbetreiber.

„Viele Bürgermeister werden noch Mal genau hinschauen, was sie damals bei Abschluss des Konzessionsvertrags vereinbart haben“, so Otto. Auch im Erzeugungsbereich komme es durch den Transfer des Erneuerbarengeschäfts von Innogy und Eon zur RWE  zu einer deutlichen Konzentration mit zwei dominierenden Stromproduzenten. Hier entwickle sich ein Markt, in dem Stadtwerke gegebenenfalls konventionelle Kraftwerkskapazitäten verkaufen und sich so von Altlasten trennen könnten, so der Unternehmensberater.

Kunden in Mittelpunkt stellen

Bei der Suche und Entwicklung neuer Geschäftsfelder empfahl er den kommunalen Unternehmen, den Kunden und seine Lebenswirklichkeit noch stärker in den Mittelpunkt zu stellen. „Die Stadtwerke kennen den Kunden noch nicht gut genug.“ Wichtig seien in diesem Zusammenhang auch eine systematische Pflege und Auswertung sowie eine schnelle Bereinigung von Datenbeständen.

Laut einer Umfrage von VKU und PwC können sich fast 50 Prozent der befragten Unternehmen einen Abschied vom klassischen Vertrieb vorstellen. Im Gegenzug würden diese sich dann komplett auf Infrastrukturdienstleistungen rund um die Netze konzentrieren. Weitere 49 Prozent halten hingegen eine Zukunft als digitaler Serviceprovider für denkbar.

Zusätzliche kommunale Aufgaben

Viel Zukunftspotenzial sahen die Umfrageteilnehmer auch in der vermehrten Wahrnehmung kommunaler Aufgaben, das gaben immerhin 45 Prozent an. Berater Otto unterstützte diese Einschätzung und nannte als Beispiele Kooperationen mit der Wohnungswirtschaft oder anderen Tochtergesellschaften des Konzerns Kommune. (hoe)

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