Angesichts anhaltend hoher Großhandelspreise für Strom und Gas hebt die Städtische Werke Kassel AG ihre Grundversorgungspreise für Bestandskunden zum 1. Juni deutlich an. Das Besondere dabei: Die nordhessische Stadt um Oberbürgermeister Christian Geselle (SPD) will ihre Bürger zugleich auf anderem Weg entlasten. Stadt und Städtische Werke "können nicht tatenlos zusehen", wie die Preise für Heizen und Strom für die Bürger weiter steigen würden, heißt es in einer Pressemitteilung.
So will der Kommunalversorger günstigere Sonderverträge anbieten, die eine Energiepreisgarantie bis 31. Mai 2023 beinhalten sollen. "Wir wollen, dass die Kunden planungssicher und preisstabil durch den nächsten Winter kommen", erklärt Geselle. Zum genauen Preisniveau wurden keine Angaben gemacht.
Städtischer Energiezuschuss
Ferner wollen die Kasseler die Preisrunde nutzen, um die seit Dezember geltenden, erheblich höheren Grundversorgungspreise für Neukunden abzuschaffen und zu einem einheitlichen Tarif zurückzukehren. Für Neukunden bedeutet dies eine Preissenkung.
Um die steigenden Preise weiter abzufedern, plant das Rathaus für alle Einwohner mit Erst- und Hauptwohnsitz in Kassel einen einmaligen städtischen Energiezuschuss. "Ich werde dazu den städtischen Gremien zeitnah empfehlen, über ein kommunales Zuschusspaket zu beraten und zu entscheiden", wird Geselle zitiert. Wie dieser im Detail aussehen wird, wollte er in der Mitteilung nicht verraten.
12 Cent pro kWh Gas
Kunden in der Stromgrundversorgung müssen in Kassel vom 1. Juni an 39 Cent pro kWh zahlen. Nicht mit eingerechnet ist hier die Senkung der EEG-Umlage auf Null, wie sie die Bundesregierung für Juli plant. Versorger sind dann verpflichtet, die Preise entsprechend zu senken.
Für Gaskunden in der Grundversorgung soll der Preis von 1. Juni an 12,16 Cent betragen. (aba)



