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Kommunale Versorger in der Pfalz fusionieren

"Projekt Nibelungen": Die Wormser EWR AG und die in Alzey ansässige E-RP GmbH legen ihre Geschäfte in der Region Pfalz zusammen. Nicht nur die regionale Nähe, sondern der Schutz vor zu starker Konkurrenz war der Treiber für die Fusion.
07.06.2018

Anteilseigner, Berater und Betriebsratsvorsitzenden der beiden Unternehmen kamen bei der Vertragsunterzeichnung zusammen.

Seit mehr als zweieinhalb Jahren wurde intensiv verhandelt, jetzt kam es zum Vollzug: Mittels eines Konsortialvertrages fusionieren EWR AG und die E-RP GmbH. Beide Partner sind in der Energieversorgung der Region verwurzelt und haben in Rheinhessen sowie in der angrenzenden Pfalz und im hessischen Ried viele Schnittmengen in diversen Geschäftsfeldern und Marktgebieten.

Der Wormser Oberbürgermeister und EWR-Aufsichtsratsvorsitzende Michael Kissel arbeitet gemeinsam mit seinem politischen Nachbarn, dem Bürgermeister von Alzey und Aufsichtsratsvorsitzenden der E-RP GmbH, Christoph Burkhard, seit Jahren aktiv daran, die Region energiepolitisch weiterzubringen. Im Geheimen lief die Aktion unter dem Code „Projekt Nibelungen“.

Modell für weitere Fusionen

Zwischen den Zeilen wird erkennbar, dass dem Zusammenschluss auch eine gewisse wirtschaftliche Drucksituation zugrunde liegt: „Mit der Fusion werden beide Unternehmen für die Zukunft gestärkt und können gemeinsam im hart umkämpften Energiemarkt auftreten“, umschreibt das der Wormser Oberbürgermeister. Den Zusammenschluss sehen die Anteilseigner als Zukunftsmodell für weitere regionale Energieversorger in der Region.

Hinter der EWR AG stehen die Innogy SE sowie die Stadt Worms, hinter der E-RP GmbH die Thüga AG sowie die Stadt Alzey, die Verbandsgemeinde Alzey-Land, die Stadt Kirchheimbolanden und die Verbandsgemeinde Kirchheimbolanden-Land und der Zweckverband Nieder-Olm.

Kommunale Mehrheit

Im Ergebnis wird der Zusammenschluss der beiden Unternehmen dazu führen, dass die Kommunen mehrheitlicher Anteilseigner werden, wofür die kommunalen E-RP-Gesellschafter Anteile am Unternehmen erwerben und zukünftig knapp 18 Prozent der Aktien halten. Die Stadt Worms ist mit rund 32 Prozent beteiligt. Strategisch wichtige Partner sind auch zukünftig Innogy und Thüga als Gesellschafter im fusionierten Unternehmen.

Im Fusionsprozess wird die E-RP GmbH gesellschaftsrechtlich aufgelöst und mit der EWR AG verschmolzen. Der rechtsgültige Termin der Fusion wird dann Ende Oktober/Anfang November sein. Geführt wird die neue EWR AG in Zukunft vom EWR Vorstand Stephan Wilhelm, dem derzeitigen E-RP-Geschäftsführer Udo Beckmann und von Dirk Stüdemann als EWR-Vorstandsnachfolger von Günter Reichart. (sig)