Die Stadtwerke Landsberg haben für das letzte Jahr eine deutlich schlechtere Bilanz als für 2017 vorgelegt. Der Gewinn sank um fast drei Viertel von rund 1,07 Millionen auf nur noch 267.000 Euro. Vor allem zwei Geschäftsfelder waren die Sorgenkinder: die Parkgaragen und das Stromgeschäft. Wobei allerdings im Wasserkraftwerk Maier-Mühle für rund ein Vierteljahr kein Strom produziert werden konnte, denn dort wurden die Turbinen ausgebaut und gründlich gewartet – zum ersten Mal seit 22 Jahren übrigens.
Aber auch ohne diesen Sondereffekt lief es für das Landsberger Stadtwerk nicht ganz so schlecht, wie der Wirtschaftsplan hatte befürchten lassen: Dort waren die Experten noch von einem Jahresverlust von rund 200.000 Euro ausgegangen. Insgesamt sieht es jedoch nicht rosig aus für den Stromverkauf der Landsberger: Nach einem kleinen Gewinn in Höhe von 40.000 Euro im Jahr 2017 kam es im vergangenen Jahr zu einem Verlust von 238.000 Euro bei einem Umsatz von rund 22 Mio. Euro
Umsatz wächst gegen den Markttrend
Insgesamt hat das Landsberger Stadtwerk im vergangenen Jahr rund 35,6 Mio. Euro umgesetzt, was einer Steigerung von rund zwei Prozent entspricht: 2017 standen 34,9 Mio. Euro in den Büchern. Zum 1. Juli wurde ein neuer Vertriebschef eingestellt, der das Geschäft weiter ankurbeln soll. Das wird auch nötig sein, denn der Einkaufspreis für Strom ist um bis zu 50 Prozent gestiegen. Das ist für die Landsberger von Bedeutung, denn sie produzieren nur gut fünf Prozent der 48 Gigawattstunden, die sie im letzten Jahr verkauft, auch wirklich selbst: Wasserkraft, Photovoltaik und ein Blockheizkraftwerk leisteten 2 GWh.
Und so nimmt Christof Lange, der Kaufmännische Vorstand, den Umsatz seines Stadtwerks in den Blick. "Wir wachsen noch gegen den Markttrend", betonte er. Von 2017 auf 2018 stiegen die Betriebserträge um gut ein Prozent, aber die Ausgaben legten mit einem Plus von 3,7 Prozent eben deutlich stärker zu. Lange verweist zudem auf künftige Geschäftsmöglichkeiten wie etwa Stromspeicher für Photovoltaikanlagen, Ladeinfrastrukturlösungen auch für Firmenparkplätze und alle Dienstleistungen, die unter dem Stichwort "intelligentes Stromnetz" laufen.
Erneuerbare Energien sollen Bilanz verbessern
Daneben wollen die Stadtwerke im Frauenwald nach Angaben der "Augsburger Allgemeinen" ein neues Solarfeld errichten. Dieses solle die Eigenproduktion von Strom um mehr als ein Drittel erhöhen und könne rund 200 Einfamilienhäuser mit Elektrizität versorgen. So könnte die Stromversorgung auch bald wieder in die schwarzen Zahlen steigen – wo die Geschäfte mit dem Abwasser, was 876.000 Euro abwarf, und der Wasserversorgung, mit dem die Landsberger 696.000 Euro verdienten, bereits sind.
Das Landsberger Inselbad, das im letzten Jahr ein Minus von 450.000 Euro machte, wird dagegen wohl noch länger defizitär bleiben. (sig)



