Die Lichtblick-Zentrale in Hamburg

Die Lichtblick-Zentrale in Hamburg

Bild: © Lichtblick

Ökostromanbieter Lichtblick hat ein neues Prosumerpaket auf den Markt gebracht. Demnach will das Unternehmen Haushalten mit Photovoltaik-Anlagen nicht selbst verbrauchte und ins Netz eingespeiste Sonnenergie eins zu eins in einer sogenannten "Stromwallet" gutschreiben.

Die gutgeschriebenen Mengen sollen Kunden später kostenfrei nutzen können, wenn sie Strom aus dem Netz beziehen. Für darüber hinaus verbrauchte Elektrizität gelten die Bedingungen des dazugehörigen Lichtblick-Stromvertrags.

Schrittweises Ausrollen des Angebots

Voraussetzung für das "Solarpaket" genannte Bündelprodukt sind eine Solaranlage und ein Stromspeicher von Lichtblick. Optional können Kunden auch eine Wärmepumpe und eine Wallbox hinzufügen.

Lichtblick hat sein Angebot vorerst in den Regionen Hamburg, Berlin und Köln ausgerollt. Im kommenden Jahr sollen Leipzig, München, Stuttgart, die Region Frankfurt am Main bis Mannheim und große Teile Westfalens folgen. Ziel ist es, das Angebot schließlich auf das ganze Bundesgebiet auszudehnen.

Lichtblick: Guthabenmodell gilt erste zwei Jahre

Lichtblick verweist in seiner Pressemitteilung auf die derzeit historisch hohen Strompreise, die Endkunden in vielen herkömmlichen Tarifen zahlen müssen. Vor diesem Hintergrund mache die Stromwallet Solarsysteme finanziell noch einmal deutlich attraktiver. Denn statt für ins Netz eingespeisten Strom sieben bis acht Cent EEG-Vergütung zu kassieren, sparten Eigenheimbesitzer mit jeder Kilowattstunde 40 bis 70 Cent teuren Netzstrom.

Das Guthaben-Modell gilt laut Presseaussendung nur für die ersten beiden Jahre. Danach würden Kunden von der Vermarktung des Solarstroms durch Lichtblick profitieren. Heißt: Kunden erhalten die EEG-Vergütung plus einen Zusatzerlös aus der Vermarktung.

Sonnen und Eon mit eigenen Prosumerangeboten

Derzeit kann das virtuelle Energieguthaben aus der Stromwallet im Haus, für die Wärmepumpe oder zum Laden des Elektroautos verbraucht werden. Künftig sollen Lichtblick-Kunden auch unterwegs Strom in ihr Elektroauto laden oder per App an Nachbarn und Freunde verschenken können.

Mit eigenen Prosumerangeboten sind bereits etwa Batterien-Pionier Sonnen, die EnBW-Tochter Senec und Energiekonzern Eon auf dem deutschen Markt aktiv. Bis vergangenes Jahr hatte Eon dabei noch mit dem Begriff "Solarcloud" geworben, woraufhin die Verbraucherzentrale NRW juristisch gegen das Unternehmen vorgegangen war. Aus Sicht der Verbraucherschützer war dieser Begriff irreführend, da wesentliche mit Internetclouds assoziierte Merkmale bei der Solarcloud fehlten. Im Sommer 2021 nahm Eon seinen "Solarcloud"-Tarif vom Markt. Das Nachfolgeprodukt heißt "Solarstrom".

Lichtblick wirbt etwas anders

Zudem prangerte die Verbraucherzentrale NRW die Eon-Aussage an, wonach Kunden eigens erzeugten Solarstrom auch vollständig selbst verbrauchen könnten. "[Dieser] kann selbst mit Batteriespeicher in der Regel nicht vollständig selbst genutzt werden", heißt es. Selbst eine bilanzielle Eigenversorgungsquote von 100 Prozent sei nicht möglich.

Lichtblick wirbt nun etwas anders. Dort heißt es: "Eigenheimbesitzer*innen können mit dem Lichtblick-Solarpaket erstmals 100 Prozent ihres selbst produzierten Solarstroms nutzen. Üblich sind heute beim Einsatz eines Solarspeichers rund 50 bis 60 Prozent Eigenverbrauch, der Rest fließt ins Netz." (aba)

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