Die Lichtblick-Zentrale in Hamburg

Die Lichtblick-Zentrale in Hamburg

Bild: © Lichtblick

Ökostromanbieter Lichtblick hat bei seiner jährlichen Bilanzpressekonferenz große Pläne präsentiert. Erstens: Der Konzern will noch aktiver am Wärmemarkt werden. "Wir sind heute schon im Bereich Heizstrom Marktführer", sagte Vorstandschef Constantin Eis. "Diese Position werden wir künftig mit klimaneutralen Produkten für Zuhause ausbauen." Geplant sei beispielsweise die Einführung eines klimaneutralen Gases mit noch höherem Kompensationsstandard für Juni.

Lichtblick hatte im Frühjahr 2020 das deutsche Heizstromkunden-Geschäft vom Essener Energiekonzern Eon übernommen. Dadurch wechselten nach Unternehmensangaben etwa 260.000 Kunden mit etwa 355.000 Stromlieferverträgen zum Hamburger Wettbewerber. (Die ZfK berichtete.)

Gewinn steigt auf 60 Mio. Euro

Insgesamt hielt Lichtblick Ende des vergangenen Jahres etwa eine Million Energieverträge. Nach eigenen Angaben beliefert der Anbieter damit etwa 1,7 Mio. Menschen und Betriebe mit Energie. Eine Zahl, die im Vergleich zum Vorjahr konstant geblieben ist.

Den Umsatz steigerte Lichtblick im Vorjahresvergleich leicht (1,1 Mrd. Euro), den Gewinn (Ebitda) dagegen deutlich. 60 Mio. Euro standen am Ende zu Buche (2020: 47 Mio. Euro). Der Gewinnsprung habe sich unter anderem durch einen Sondereffekt im Zusammenhang mit Gerichtsverfahren ergeben, erklärte Eis, ohne Details zu nennen. "Die Hypothese, dass wir die Marge bei unseren Kunden ausgeweitet haben, können wir komplett widerlegen."

"Sind wieder vollständig im Vertrieb"

Wie andere Anbieter hatte auch Lichtblick im ersten Quartal seinen Neukundenvertrieb teilweise ausgesetzt. "Inzwischen sind wir aber wieder vollständig im Vertrieb, sowohl auf der Privatkunden- als auch auf der Geschäftskundenseite", sagte der Lichtblick-CEO.

Großes Ziel des Ökostromanbieters ist es vor allem, vom Energiehändler zum voll integrierten Energieunternehmen zu werden. "Bis 2026 wollen wir 45 Prozent unseres Gewinns in neuen Geschäftsfeldern erzielen", sagte Eis. In diesem Zusammenhang wolle man gemeinsam mit dem Mutterkonzern Eneco 500 Mio. Euro in deutsche Wind- und Solarparks investieren. Schon heute würden knapp 15 Prozent des eigenen Stromabsatzes über eigene Direktlieferverträge, sogenannte PPAs, gedeckt werden.

Erster selbst entwickelter Solarpark

Dieses Jahr werde zudem mit dem Bau des ersten selbst entwickelten Solarparks in Deutschland begonnen, kündigte der Vorstandschef an. Konkret handelt es sich nach Unternehmensangaben um einen kleineren Park mit einer Leistung von 4 MW in Calbe an der Saale (Sachsen-Anhalt). Weitere und größere Projekte sollen dann zügig folgen.

Ferner will Lichtblick einen neuen Geschäftsbereich mit dem Namen "Energy-as-a-Service" aufbauen. Geplant ist ein "cloudbasiertes Rundumpaket" für Photovoltaik-Prosumer in Ein- und Zweifamilienhäusern. Über ein neues virtuelles Kraftwerk will der Anbieter neben Strom auch Mobilitäts- und Energiedienstleistungen aus einer Hand anbieten. 2026 sollen somit rund 25.000 Kunden erreicht werden. (aba)

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