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Litauische Firma wird Betreiber von vier deutschen LNG-Terminals

Das Unternehmen betreibt bereits andere Terminals. Der Vetrag geht über zwei Jahre.
09.01.2024

Niedersachsen, Wilhelmshaven: Das mit verflüssigtem Erdgas beladene Tankschiff «Maria Energy» (hinten) liegt am schwimmenden LNG-Terminal, dem Spezialschiff «Höegh Esperanza».

Für die vier deutschen Terminals für verflüssigtes Erdgas (LNG) an der Nordseeküste ist ein Betreiber gefunden: Das Unternehmen Klaipedos Nafta (KN) aus Litauen wird nach eigenen Angaben den kommerziellen Betrieb der beiden schwimmenden Anlagen in Wilhelmshaven sowie der Anlagen in Brunsbüttel und Stade übernehmen.

Darüber sei ein zwei Jahre lang laufender Vertrag mit der bundeseigenen Deutsche Energy Terminal GmbH unterzeichnet worden, teilte der litauische Energiekonzern mit. Zuvor habe das Unternehmen einer Mitteilung von Montagabend zufolge eine entsprechende Ausschreibung für sich entscheiden können.

KN hatte demnach zuvor bereits die Anlande- und Umwandlungsstellen in Wilhelmshaven und Brunsbüttel kommerziell betrieben, an denen das auf minus 162 Grad heruntergekühlte und verflüssigte Erdgas von Tankern aufgenommen und wieder gasförmig gemacht wird.

Das sich größtenteils in staatlicher Hand befindliche Unternehmen hat langjährige Erfahrung im Betrieb von LNG-Terminals: In Litauen betreibt KN eine schwimmende Anlage im Ostsee-Hafen von Klaipeda, die Anfang 2015 in Betrieb genommen wurde und seit Russlands Krieg gegen die Ukraine vollständig den Gasbedarf des baltischen EU- und Nato-Landes deckt.

Auch Deutschland setzt wegen ausbleibender russischer Gaslieferungen im Zuge des Angriffs auf die Ukraine vermehrt auf Flüssiggas. Die Bundesregierung hat dazu den Bau der Infrastruktur für LNG-Importe vorangetrieben. Dies soll die Gasversorgung Deutschlands und anderer Länder absichern. Insgesamt machen die milliardenschweren Terminals bislang allerdings erst einen kleinen Teil der deutschen Gasimporte aus. (dpa/pfa)