Blick über den Rhein auf den Chemiepark Krefeld-Uerdingen des Bayer-Konzerns: Für die Energieversorgung des riesigen Industrieareals ist die Betreiberfirma Currenta zuständig. Ebenso an den Standorten Leverkusen und Dormagen.

Blick über den Rhein auf den Chemiepark Krefeld-Uerdingen des Bayer-Konzerns: Für die Energieversorgung des riesigen Industrieareals ist die Betreiberfirma Currenta zuständig. Ebenso an den Standorten Leverkusen und Dormagen.

Bild: © Currenta

Der Bayerkonzern und Lanxess haben ihre Anteile an dem Chemiepark-Betreiber Currenta an die Macquarie Infrastructure und Real Assets (MIRA) verkauft. Dabei handelt es sich um eine Fondstochter der australischen Investmentgesellschaft Macquarie. Der Infrastrukturtdienstleister Currenta ist unter anderem für die Energieversorgung und die Entsorgungsaktivitäten an den Bayer-Standorten in Leverkusen, Dormagen und Uerdingen zuständig. Das Gros der Versorgungsanlagen von Currenta wird in Kraft-Wärme-Kopplung  (KWK) betrieben. Der Chemiepark-Betreiber hat einen Unternehmenswert von rund 3,5 Mrd. Euro. Bayer hält 60 Prozent der Anteile an dem Unternehmen, Lanxess 40 Prozent. Die zuständigen Behörden müssen der Transaktion noch zustimmen.

Weiter enge Zusammenarbeit mit Bayer

Um die Currenta-Gruppe zu stärken, verkauft Bayer im Gegenzug ein umfangreiches Paket von Liegenschaften an den Infrastrukturdienstleister. "MIRA ist langfristig orientiert und wird auch für die Mitarbeiter der Currenta ein verlässlicher Arbeitgeber sein", betonte Hartmut Kusiak, Vorstandsmitglied und Arbeitsdirektor der Bayer AG. Der Chemiekonzern hat sich zudem auf langfristige Dienstleistungs- und Versorgungsverträge mit MIRA geeinigt. Bayer hatte die Transaktion bereits im Herbst vergangenen Jahres angekündigt. Hintergrund ist die veränderte Position als Kunde im Chempark nach der Ausgründung von Covestro sowie die Fokussierung von Bayer auf seine Kernaktivitäten. Das im DAX notierte Unternehmen erwartet den Abschluss seines Teils der Transaktion im 4. Quartal dieses Jahres.

Etwas anders ist die Situation bei Lanxess: Als einer der Hauptkunden von Currenta werde Lanxess MIRA in der Übergangsphase noch unterstützen, heißt es in der Pressemitteilung. Entsprechend werde Lanxess seine Beteiligung einige Monate länger halten und seine Transaktion erst Ende 2020 abschließen. Gleichzeitig haben sich Lanxess und MIRA auf zunächst 10-jährige Dienstleistungs- und Versorgungsverträge für die drei Standorte verständigt. Der neue Eigentümer will den Geschäftsbetrieb der Currenta ohne Restrukturierung oder geplante Veränderungen in der rund 3200 Mitarbeiter umfassenden Belegschaft fortführen. Der Jahresumsatz des Unternehmens betrug im vergangenen Jahr rund 1,4 Mrd. Euro.

MIRA will kräftig investieren

MIRA ist seit 30 Jahren in Deutschland tätig und verfügt nach eigenen Angaben über eine umfangreiche Erfahrung in den Kerngeschäftsfeldern von Currenta. Dazu zählen die Bereiche Versorgung, Transport, Logistik, Lagerung, Abfallwirtschaft und andere Entsorgungsleistungen. "Auf der Grundlage seiner Erfahrungen im Bereich Nachhaltigkeit beabsichtigt MIRA, erheblich in die Verbesserung der Umweltverträglichkeit und das operative Geschäft von Currenta zu investieren", heißt es. Der australische Fonds verwaltete Ende März dieses Jahres Vermögenswerte in Höhe von 115 Mrd. Euro, darunter 155 Portfoliounternehmen, 600 Immobilien und 4,7 Mio. Hektar Ackerland. Die Muttergesellschaft Macquarie Group ist unter anderem Gesellschafterin des Fernleitungsnetzbetreibers Open Grid Europe und des Tanklager-Spezialisten Tanquid. (hoe)

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