Der australische Infrastrukturinvestor Macquarie hat erneut den Dortmunder Gasfernleitungsbetreiber Thyssengas erworben. Käufer ist der Macquarie Super Core Infrastructure Fonds. Thyssengas hatte bereits zwischen 2011 und 2016 einem Infrastrukturfonds des australischen Investors gehört.
Laut Handelsblatt wird das Unternehmen mit rund 1,4 Mrd. Euro einschließlich Schulden bewertet. Die Zeitung beruft sich dabei auf mit der Angelegenheit vertraute Personen.
Macquarie: "Netz von Thyssengas fit für klimafreundliche Gase machen"
Thyssengas betreibt ein 4.400 Kilometer langes unterirdisches Gastransportnetz, das rund 50 kommunale Verteilerzentren, 160 Industriekunden und sieben Gasspeicher in Nordrhein-Westfalen mit Gas versorgt.
"Thyssengas befindet sich inmitten einer der wichtigsten deutschen Industrieregionen und versorgt viele schwer zu dekarbonisierende Sektoren", erklärte Hilko Schomerus, Managing Director bei Macquarie Asset Management.
Angesichts der starken Abhängigkeit von konventioneller Energie, der begrenzten erneuerbaren Energieressourcen und der weitreichenden Anbindung an das Gasnetz stellten klimafreundlichere Gase wie kohlenstoffarmer Wasserstoff eine attraktive Energiealternative für lokale Unternehmen dar, die eine Dekarbonisierung anstrebten. Dies sei eine "einzigartige Möglichkeit, Thyssengas in seiner Transformation zu unterstützen und sich dafür einzusetzen, das Netz des Unternehmens fit für die Zukunft zu machen".
Gößmann: "Unser Netz wird in zunehmend dekarbonisierter Welt nicht an Wert verlieren"
"Unser Asset ist und bleibt das Leitungsnetz, das auch in einer zunehmend dekarbonisierten Energiewelt gerade mit Blick auf den Energieträger Wasserstoff nicht an Wert verlieren wird", ergänzte Thyssengas-Chef Thomas Gößmann.
Thyssengas stand seit dem Sommer zum Verkauf. Offenbar hatten zahlreiche Interessenten ihren Hut in den Ring geworfen. Neben Macquarie sollen sich auch die Versicherungskammer Bayern sowie ein Konsortium aus den Energiefirmen Fluxys, Snam und Enagas für die finale Gebotsrunde qualifiziert haben. Erst im Frühjahr hatte die Versicherungskammer Bayern den Wettbewerber Ferngas übernommen. (hoe)



