"Durch die gemeinsame Projektierung und den Aufbau eines zusätzlichen Bestandes von Anlagen im Bereich der erneuerbaren Energien (EE) besteht die Chance, an der Marktentwicklung auch bundesweit zu partizipieren." Das sagte der Vorstand der Pfalzwerke am Dienstag bei einer Pressekonferenz zur Begründung, warum das Ludwigshafener Energieunternehmen zusammen mit den Mainzer Stadtwerken und der EWR aus Worms ein gemeinsames grünes Unternehmen gegründet hat: die "Pionext GmbH" mit Sitz in Alzey.
Ziel ist "die Bündelung von Know-how und Ressourcen", ergänzte EWR-Vorstand Dirk Stüdemann. Mit der Pionext bleibe man, so eine Pressemitteilung des neuen Unternehmens, wettbewerbsfähig und teilte Risiken mit den Partnern. Ziel sei der langfristige, regionale und überregionale, wirtschaftliche Ausbau der Erneuerbaren. Der Schwerpunkt liegt zunächst auf Windkraft und Photovoltaik (PV).
Betriebsführung für 500 Anlagen
Die Mainzer Stadtwerke, EWR und Pfalzwerke steigen also mit Pionext gemeinsam ins EE-Projektgeschäft ein und erweitern den geografischen Schwerpunkt damit gleichzeitig von Teilen von Rheinland-Pfalz, Hessen und des Saarlandes auf das gesamte Bundesgebiet. Weiteres Geschäftfeld der Pionext sind die technische und kaufmännische Betriebsführung der 500 Erneuerbaren-Anlagen der drei Partner. Eine Studie, die den Vorständen im Herbst vorgelegt worden war, hatte Synergien vor allem in einer engen Zusammenarbeit bei der Projektierung und in der technischen Betriebsführung von Windkraft- und PV-Anlagen ausgemacht.
Zunächst werden die drei Partner Pionext ingesamt bis zu 30 Mio. Euro zur Verfügung stellen. Das Kapital würde dem neuen Unternehmen zufolge reichen, um damit jährlich zwei große Windparks zu realisieren. Die Pionext soll vier Geschäftsführer haben: zwei von den Pfalzwerken und jeweils einen von den anderen Gesellschaftern.
Von zwei- zu dreiseitiger Kooperation
Die drei Energieversorger hatten jeweils mit einem der anderen bereits mehrere Jahre bei Erneuerbaren zusammengearbeitet:
- Zwischen den Mainzer Stadtwerken und EWR hieß das Joint Venture Mainz-Worms Energiebündnis GmbH (MWE),
- zwischen ihnen und den Pfalzwerken etwas weiter südlich in der Pfalzwind GmbH mit 60 Windrädern.
Der OB von Worms, Michael Kissel, stellte die Fusion von E-RP und EWR zur EWR als Vorbild für den Wert regionaler Kooperationen dar. Der OB der Landeshauptstadt Mainz, Michael Ebling, der auch dem Verband kommunaler Unternehmen (VKU) als Präsident vorsteht, sagte: "Kommunale Unternehmen schielen nicht wie die großen Konzerne ausschließlich auf den schnellen Euro, sondern fühlen sich zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger besonders der Nachhaltigkeit verpflichtet." (geo)



