Die Stadtwerke München haben langjährige Erfahrung im Bau von Werkswohnungen. Nun wollen sie die städtischen Gesellschaften bei Vorhaben unterstützen.

Die Stadtwerke München haben langjährige Erfahrung im Bau von Werkswohnungen. Nun wollen sie die städtischen Gesellschaften bei Vorhaben unterstützen.

Bild: © SWM/Stefan Obermeier

Die Stadtwerke München (SWM) haben aufgrund der massiv gestiegenen Energiepreise die Fernwärmetarife im April um 116 Prozent angehoben. Die deutliche Steigerung hat in der Stadtpolitik eine Diskussion über die Bezahlbarkeit und die Berechnungsgrundlagen der Fernwärme ausgelöst.

Die öffentliche Debatte hat mittlerweile derart an Fahrt aufgenommen, dass die SWM eine fünfseitige Stellungnahme zum Zustandekommen der Preisänderungen veröffentlicht haben. Ziel sei es, falsche Eindrücke zu korrigieren und aufzuklären.
 

Die für die Preisänderungsklauseln der SWM verwendeten Indizes orientieren sich an den Kosten für Erzeugung und Bereitstellung der Fernwärme sowie an den derzeitigen Verhältnissen am Wärmemarkt in München, der noch wesentlich durch den Einsatz von Erdgas und Heizöl geprägt sei.

"Sinkende und steigende Preise werden zeitnah widergespiegelt"

Entsprechend den Veränderungen der verwendeten Indizes änderten sich somit auch die Fernwärmepreise. Damit werde der Marktentwicklung möglichst eng gefolgt. Sowohl sinkende Preise als auch steigende, würden zeitnah widergespiegelt. Über die Änderungen informieren die SWM ihre Kund*innen quartalsweise. Die Fernwärme hat einen Anteil von rund 40 Prozent des Münchner Wärmemarktes.

Die Berechnung des Arbeitspreises wird aktuell noch sehr stark von der Entwicklung des leichten Heizöls sowie vom Steinkohle- und Gasindex sowie den Börsenhandelspreisen für Gas an der EEX beeinflusst. Weil sich alle diese Faktoren massiv verteuert haben, insbesondere die Großhandelspreise für Gas und die Steinkohle, stieg der Arbeitspreis für Fernwärme bei den SWM im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 162 Prozent an.

Der Grundpreis erhöhte sich hingegen „nur“ um drei Prozent und mildert laut Pressemitteilung derzeit die Gesamterhöhung ab.

"Die SWM bedauern die Belastungen für ihre Kunden sehr"

„Auf die Kostensteigerungen an den weltweiten Energiemärkten haben die SWM keinen Einfluss“, heißt es weiter. Dies habe auch deutliche Auswirkungen auf die Fernwärmeerzeugung. Das Unternehmen bedaure die damit verbundene Belastung ihrer Kund*innen sehr.

Die Ferwärmepreise waren in München von Mitte 2019 bis Ende 2020 kontinuierlich gesunken, seit Anfang 2021 waren sie als Reaktion auf die höheren Kosten an den Energiemärkten wieder stark angestiegen. Der Gasbedarf der Fernwärme-Erzeugungsanlagen werde zudem am Rohstoffmarkt beschafft und nicht über die eigenen Gasförderaktivitäten des Gemeinschaftsunternehmens Spirit Energy, so die SWM.

Regenerative Fernwärme wird ab 2023 stärker berücksichtigt

Ab Januar kommenden Jahres wird auch die regenerative Fernwärme stärker in den Preisen berücksichtigt. Die SWM haben hierzu Ende März ihren Kunden neue Verträge geschickt. In diesen sei das Gewicht fossiler Energieträger deutlich reduziert. Dafür werden mit Stromindex, Investitionsgüterindex und Lohn unter anderem auch die Einsatzstoffe Geothermie, Müll und Klärschlamm berücksichtigt.

Die Umstellung erfolgt auf Basis der Preise vom 1.4.2022. Perspektivisch könnte der Ausbau der Geothermie zu einer Stabilisierung der Fernwärmepreise beitragen.

Der Anteil erneuerbarer Energien (Geothermie und thermische Verwertung) an der Münchner Fernwärme liegt aktuell bei rund 13 Prozent und soll bis in die 2030er Jahre auf bis zu 70 Prozent steigen.

Warum sich Fernwärmeversorger schwer miteinander vergleichen lassen

Ein Vergleich mit anderen Fernwärmeunternehmen sei zu einem isolierten Zeitpunkt kaum aussagekräftig, argumentieren die Stadtweke München weiter. Jedes Unternehmen habe eigene Abnahme- und Erzeugungsstrukturen, die in den jeweiligen Preisänderungsklauseln abgebildet würden. Zudem unterscheiden sich die Preisänderungsregelungen, wie etwa die Anpassungszeitpunkte oder die Zeiträume, für die die Indizes bei Anwendung der Preisänderungsklausel berücksichtigt werden.

Vor allem Regionalmedien hatten in den vergangenen Tagen auf die deutlich niedrigeren Fernwärmepreise umliegender Städte und Gemeinden wie Unterhaching oder Unterföhring verwiesen, die schon länger auf Geothermie setzen. (hoe)

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