Die drei baden-württembergischen Stadtwerke Bad Friedrichshall, Neuenstadt am Kocher und Neckarsulm bündeln den Betrieb ihrer Gasnetze in einer neuen Gesellschaft: der Regionalwerke Neckar-Kocher GmbH & Co. KG. Die neue interkommunale Kooperationsgesellschaft wird am 1. Januar 2022 den operativen Betrieb aufnehmen und für rund 60.000 Netzkunden verantwortlich sein.
Der bisherige Werkleiter der Stadtwerke Neckarsulm, Thomas Haag, wird dabei Geschäftsführer der Kooperationsgesellschaft. Die notarielle Beurkundung der neuen Gesellschaft ist für November dieses Jahres geplant.
Kompetenzen der Mitarbeiter ergänzen sich
"Durch diese Lösung bündeln die beteiligten Stadtwerke ihre Ressourcen mit Blick auf den sich verschärfenden Fachkräftemangel und die weiter steigenden Regulierungsanforderungen und die sich abzeichnende Senkung der Eigenkapitalverzinsung", sagt Anton Berger, der das Projekt als verantwortlicher Partner des Beratungsunternehmens Rödl & Partner und langjähriger Mandatsbetreuer mit auf den Weg gebracht hat.
Durch die Zusammenlegung des Netzbetriebs könnten die beteiligten Unternehmen die Schlagkraft beim Personalmarketing steigern und profitierten dabei auch von den sich ergänzenden Kompetenzen der bestehenden Mitarbeiter. "Wir erleben häufig, dass gerade kleinere Stadtwerke sich gerade im Netzbereich gut aufgestellt sehen. Doch sobald dann zwei, drei Mitarbeiter ausscheiden, haben viele Unternehmen oft Schwierigkeiten, diese Stellen angemessen und in nützlicher Frist wieder zu besetzen", so Berger.
Technische und kaufmännische Dienstleistungen für die Mutter-Stadtwerke
Die Regionalwerke Neckar-Kocher übernehmen das Gasnetz der drei Kommunen und betreiben es für die drei Stadtwerke. Zudem werden künftig technische sowie kaufmännische Dienstleistungen für die Mutter-Stadtwerke als auch Dritte erbracht. Die Wasser- und Wärmeanlagen bleiben bei den jeweiligen Mutter-Stadtwerken. Rund 50 Mitarbeiter der drei Kommunalversorger werden in die neue Kooperationsgesellschaft übergeleitet und profitieren dabei auch von einem Tarifwechsel vom TVÖD in den TVV.
Der Gründung der neuen Gesellschaft vorausgegangen, ist ein mehrjähriger Beratungsprozess durch Rödl & Partner inklusive der Erstellung einer umfangreichen Machbarkeitsstudie. Vor allem die Kommunikation mit den Mitarbeitern sei in diesem Prozess entscheidend gewesen, betont Anton Berger. "Bei so einem Veränderungsprozess sind naturgemäß an vielen Stellen Ängste vorhanden. Deshalb war die größte Herausforderung hier, die Mitarbeiter entsprechend mitzunehmen."
"Das Projekt war insbesondere auch erfolgreich, da die beteiligten Stadtwerke frühzeitig erkannt haben, dass man den aktuellen energiewirtschaftlichen Herausforderungen nur gerecht werden kann, wenn man gemeinsam neue Wege in der Zusammenarbeit beschreitet", erklärte Associate Partnerin Diana Basilio, die das facettenreiche Projekt leitet. Zudem hätten sich die beteiligten Kommunen auf Augenhöhe begegnet und die für so ein umfassendes Vorhaben unabdingbare Chemie auf Ebene der Werkleiter und der Politik habe gestimmt. (hoe)



