Die Mitnetz Strom hat für das laufende Jahr Investitionen in Höhe von 426 Millionen Euro in den Stromnetzausbau und die Digitalisierung angekündigt. So viel wie noch nie in der Unternehmensgeschichte. Die 100-prozentige Tochtergesellschaft der EnviaM begründet den Schritt mit der starken Zunahme dezentraler Anlagen im Netzgebiet.
Plus 45 Prozent PV-Anlagen
Demnach sind 2023 beispielsweise 45 Prozent mehr Photovoltaikanlagen ans Netz gegangen als im Jahr davor. Batteriespeicher legten um 70 Prozent zu, Ladetechnik für Elektroautos verzeichnete ein Plus von 25 Prozent, Wärmepumpen eines von fünf Prozent. "Wir benötigen smarte Netze, um steuerbare Verbraucher wie Wärmepumpen, Wallboxen oder Speicher zu integrieren", erläuterte der technische Geschäftsführer Dirk Sattur.
Gestiegen sind auch die Netzeingriffe. So musste der Netzbetreiber 2023 rund 1.100 Redispatchmaßnahmen durchführen. 2022 waren es noch 576. Allerdings seien 96 Prozent der Mengen auf Anforderung des vorgelagerten Übertragungsnetzbetreibers abgeregelt worden, so Mitnetz Strom. Die für den eigenen Netzbetrieb nötigen Abregelungen seien dagegen um etwa 50 Prozent zurückgegangen.
560 digitale Trafostationen
Noch dieses Jahr will Mitnetz Strom rund 560 digitale Trafostationen bauen. Weitere 1000 sollen mit digitaler Messtechnik nachgerüstet werden. Bis 2030 sollen mehr als 4.000 digitale Trafostationen aufgebaut und 3.000 digital nachgerüstet sein, so das erklärte Ziel. Aktuell betreibt das Unternehmen etwa 20.000 Ortsnetzstationen.
Schwerpunkte des angekündigten Netzausbaus bilden unter anderem die Leistungserhöhung der Hochspannungsfreileitung Finsterwalde-Doberlug/West (Brandenburg), der Ersatzneubau der Umspannwerke Schwarzenberg, Frankenberg und Grimma (Sachsen) sowie der Ersatz der vorhandenen 110-Kilovolt-Doppelsammelschienenanlage im Umspannwerk Halle/Saale West (Sachsen-Anhalt).
Für das Gasnetz plant das Unternehmen dieses Jahr 56 Millionen Euro ein. Das Gros entfalle dabei auf den Anschluss neuer Biogasanlagen. (dz)



