Bis Ende April benötigen die Stadtwerke Neumünster (SWN) eine Anschlussfinanzierung für auslaufende Kredite. Laut dem "Holsteinischen Courier" machen die Banken die Kreditvergabe aber von einer Erhöhung der Eigenkapitalquote abhängig, der Bericht basiert offenbar auf vertraulichen Informationen aus Aufsichtsrats- oder Gesellschafterversammlungen. Die Eigenkapitalquote der SWN soll aktuell bei 23,7 Prozent liegen, die Kreditinstitute verlangen aber 25 Prozent. Um diese Schwelle zu erreichen, benötigt der Kommunalversorger zwölf Mio. Euro an zusätzlichen Mitteln von der Stadt – diese ist Alleineigentümerin der SWN. Laut dem Bericht soll sich der neue Sprecher der SWN-Geschäftsführung, Bernd Michaelis, in der Gesellschafterversammlung und bei Oberbürgermeister Olaf Tauras für eine schriftliche Zusage der Stadt stark gemacht haben. Denkbar wären eine Überweisung oder eine Bürgschaft.
"Kriterien der Banken fest im Blick"
SWN-Chef Michaelis will die Berichterstattung auf ZfK-Anfrage nicht weiter kommentieren. Zu "Themen, welche den Gesellschafter oder Aufsichtsrat betreffen, berichten wir nicht", heißt es kurz und knapp auf ZfK-Anfrage. Laut ihm ist die Eigenkapitalquote der SWN durch die Millionenverluste in den Geschäftsjahren 2017 und 2018 gesunken. Die in der Regionalzeitung genannten 25 respektive 23,7 Prozent wollte er nicht bestätigen. "Die Berechnungsgrundlage hängt nicht nur am bilanziellen Eigenkapital – je nach Blickwinkel werden unterschiedliche Kriterien in die Berechnung einbezogen. Hier haben wir die Kriterien der Banken fest im Blick", so Michaelis.
Millionen-Rückstellungen für Deponie
Spekulationen, der zusätzliche Finanzbedarf der SWN könnte aufgrund einer noch ausstehenden Abdeckung der Deponie am Wittorferfeld noch deutlich höher sein als die im Raum stehenden zwölf Mio. Euro, wies der Sprecher der Geschäftsführung zurück. Der SWN-Konzern habe die dafür notwendigen Mittel zurückgestellt, laut Medienberichten aus dem Vorjahr geht es hier um eine Summe von 15 Mio. Euro. (hoe)



