Die Stadtwerke Neumünster haben im Geschäftsjahr 2018 offenbar deutlich weniger Verlust gemacht als bisher angenommen. Der Kommunalversorger geht mittlerweile von einem Defizit in Höhe von 3,7 Mio. Euro aus, ursprünglich hatte er ein Minus von 6,8 Mio. Euro prognostiziert. Das berichtet der "Holsteinische Courier", dem offenbar entsprechende Informationen aus dem nicht-öffentlichen Teil der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses vorliegen. Das Unternehmen hatte bereits 2017 einen Verlust von 5,5 Mio. Euro ausgewiesen.
Banken verlangen EK-Quote von 25 Prozent
Trotz der geringeren Verluste im vergangenen Jahr verlangen die Banken im Rahmen der anstehenden Anschlussfinanzierung von den SWN aber offenbar immer noch eine Kapitalerhöhung. Statt den bisher kolportierten zwölf Mio. Euro soll die benötigte Finanzspritze der Stadt nun nur noch sechs Mio. Euro betragen. Eine Bürgschaft reicht den Kreditinstituten aber nicht, sie verlangen eine Kapitalstärkung der SWN. Die zusätzlichen Mittel sollen die Eigenkapitalquote der Stadtwerke Neumünster auf 25 Prozent hieven. Dies ist die Voraussetzung, um ab Mai weitere Kredite der Banken zu erhalten.
Warum das Defizit in 2018 wohl deutlich geringer ausfällt, ist noch unklar. Hauptursache für die nach wie vor tiefroten Zahlen sind hohe Verluste bei der Energiebeschaffung. Zwar gilt seit Mitte vergangenen Jahres eine neue, deutlich risikoärmere Beschaffungsrichtlinie. Die vorherige, riskantere Einkaufsstrategie wird aber noch bis einschließlich 2020 nachwirken.
Hohe Drohverlustrückstellungen
Hierfür hatte das Unternehmen im dritten Quartal 2018 zusätzliche Drohverlustrückstellungen in Höhe von 2,4 Mio. Euro gebildet. SWN-Chef Bernd Michaelis wollte sich auf ZfK-Anfrage nicht zu Themen aus einer nicht-öffentlichen Sitzung äußern. (hoe)

