Nordex spürt den immer härteren Konkurrenzkampf.

Nordex spürt den immer härteren Konkurrenzkampf.

Bild: © Nordex SE

Der Windkraftanlagenbauer Nordex blickt mit mehr Vorsicht auf das Jahr 2018. Das TecDax-Unternehmen bestätigte am Dienstag bei der Vorlage der Neunmonatszahlen zwar seine Prognose für den Jahresumsatz von 2,4 bis 2,6 Milliarden Euro und für die operative Marge von vier bis fünf Prozent. Nordex erwartet allerdings bei beiden Kennzahlen nur noch das untere Ende der jeweiligen Spanne zu erreichen. Die von der Nachrichtenagentur Bloomberg befragten Experten liegen bei ihren Schätzungen in der Mitte.

Die gesamte Windkraftbranche leidet noch unter der Auftragsflaute aus dem vergangenen Jahr und dem Druck auf die Preise. Europaweit finden Ausschreibungen für neue Anlagen inzwischen überwiegend über Auktionen statt. Die Windanlagenbauer ächzen daher unter einem harten Konkurrenzkampf. Dies gilt vor allem für Anlagen an Land, da der Markt zunehmend gesättigt ist und Subventionen heruntergefahren werden.

Lieferkette soll weiter transformiert werden

Nordex-Chef José Luis Blanco sieht das Unternehmen weiter auf Kurs, erwartet aber noch viel Arbeit. "Wir gehen davon aus, dass auch das Jahr 2019 herausfordernd sein wird", sagte er. "Eine wesentliche Aufgabe wird für uns darin bestehen, unsere Lieferkette weiter zu transformieren, also in Länder mit besserer Kostenstruktur zu verschieben." Auf diese Weise wolle Nordex Installationen so effizient wie möglich abwickeln.

Nordex spürte im dritten Quartal nach eigener Aussage eine Belebung des Geschäfts. So sei im Segment Projekte ein Auftragseingang von 974 Megawatt erzielt worden und damit deutlich mehr als im Vorjahr. Die Summe der Neuaufträge belief sich nach drei Quartalen auf etwa 3 Gigawatt. Sichtbar werde dies in den Zahlen aber erst zwölf bis 15 Monate später, so Blanco.

Über 50 Mio. Euro Nettoverlust

In den ersten neun Monaten sank der Umsatz um 23,6 Prozent auf 1,77 Milliarden Euro. Im dritten Quartal lagen die Erlöse mit 815,7 Mio. Euro nur leicht unter dem Vorjahresniveau, was das Unternehmen auf eine höhere Installationsleistung vor allem in den USA zurückführte. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sackte zwischen Januar und September um 60,7 Prozent auf 71,4 Mio. Euro ab. Unter dem Strich stand für diesen Zeitraum ein Nettoverlust von 51,8 Mio. Euro, nach einem Gewinn von 27,9 Mio. Euro ein Jahr zuvor. (dpa/hil)

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