Ökostrom, der nicht nur umweltschonend gewonnen wird, sondern zugleich bienen- und insektenfreundlich ist und die Artenvielfalt fördert: Das ist die Idee hinter dem Bienenstrom-Projekt der Stadtwerke Nürtingen. Ein Teil des Strompreises wird für die Förderung von Blühflächen genutzt, in Nürtingen in Zusammenarbeit mit dem Biosphärengebiet Schwäbische Alb. 19 Hektar Grünland haben die Nürtinger aktuell unter Vertrag.
Wie die Stadtwerke jetzt mitteilten, soll das Bienenstrom-Projekt bundesweit ausgerollt werden – per Franchising. Franchise-Partner können Stadtwerke und Regionalversorger bundesweit werden, die dann eigenständig nach dem Nürtinger Konzept Bienenstrom anbieten und Blühflächen fördern. Sie zahlen dann eine Gebühr für die Verwendung der Marke, einheitlicher Logos und das Marketing und halten sich an Mindestanforderungen für den zu verkaufenden Strom.
Pro kW/h ein Cent an die Bienen
Wie die ZfK berichtete, wurde das Projekt im Januar von der UN ausgezeichnet. Seitdem hat die Nachfrage von Landwirten nach einer Anbaufinanzierung von Blühflächen stark zugenommen, wie der Reutlinger General-Anzeiger berichtet. Demnach unterstützen der Fachverband Biogas sowie der Deutsche Berufs- und Erwerbsimkerbund die Stadtwerke Nürtingen bei ihrem Plan, das Modell bundesweit zu verbreiten.
Neben dem Franchise-Modell wird es auch die Möglichkeit für Unternehmen geben, Förderpate zu werden. Solche Firmen müssen sich verpflichten, den Anbau von Blühflächen für mindestens fünf Jahre zu fördern – unabhängig von der Stromversorgung. Für alle Kunden gilt: der Bienentarif beinhaltet zu 100 Prozent Ökostrom. Die Kunden investieren gleichzeitig mittelbar in den Ausbau und die Pflege von Blühflächen für Insekten: Pro kW/h geht ein Cent an Blühpaten-Landwirte, die mit Blumen, Pflanzen und Gräsern Lebensraum für Kleinstlebewesen schaffen. (sig)
