Egal ob Sturm, Pandemie oder Hackerangriffe: Mit einem Critical Management System lassen sich Bedrohungen besser steuern und verwalten.

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Bild: © cherylvb/AdobeStock

Mit dem Klimawandel, so sagen Computerberechnungen voraus, könnten in Zukunft extreme Wetterereignisse zunehmen – beispielsweise Stürme in Küstenregionen. Stürme und Orkane hat es schon immer gegeben, inzwischen aber fragen sich viele Menschen bei einem schweren Sturm, ob dieser auf den Klimawandel zurückzuführen ist.

Eine Antwort darauf biete die neue Website „Sturmmonitor“ des Helmholtz-Zentrums Geesthacht (HZG), teilte die Helmholtz-Klima-Initiative mit. Der Sturmmonitor vergleicht die aktuelle Sturmsituation mit Winddaten aus den vergangenen sieben Jahrzehnten. Damit sei es erstmals möglich, auf einen Blick Fragen wie "Ist der aktuelle Sturm noch normal oder schon Klimawandel?" in nahezu Echtzeit zu beantworten.

Ist die Saison besonders stürmisch?

Der Sturmmonitor liefert in übersichtlichen Grafiken verschiedene Sturminformationen. Die Besucher der Website können beispielsweise ablesen, wie viele Stürme es in der laufenden Saison oder im vergangenen Monat gegeben hat und inwieweit die Zahl vom langjährigen Trend abweicht, ob die Zahl niedriger oder höher ist.

"Im Hinblick auf den Klimawandel dürfte für viele besonders interessant sein, dass die vergangenen Jahre keineswegs die sturmreichsten waren", heißt in der Pressemitteilung. So sei die Sturmintensität in den 1980er und frühen 1990er Jahren deutlich größer als heute gewesen.

Stürme der vergangenen eher Jahre eher gemäßigt

Interessierte finden ferner Informationen zu den schwersten Stürmen, die es in Norddeutschland in den vergangenen sieben Jahrzehnten gegeben hat. Auch hier wird die aktuelle Sturmsituation mit der Vergangenheit verglichen. Das schwerste Sturmereignis war der Orkan Adolph Bermpohl im Jahr 1967, der nach dem gleichnamigen Seenotrettungskreuzer benannt wurde, der damals sank.

"Seitdem sind über der Deutschen Bucht nie wieder so hohe Windgeschwindigkeiten gemessen worden. Verglichen mit diesem katastrophalen Ereignis ist die Sturmsituation der vergangenen Jahre, so zeigt der Sturmmonitor eindrucksvoll, eher gemäßigt", so die Helmholtz-Klima-Initiative.

HZG-Methode als Basis für den Sturmmonitor

"Grundlage des Sturmmonitors ist eine Methode zur Berechnung der Sturmaktivität, die seit den 1990er Jahren beim Deutschen Wetterdienst und in Geesthacht entwickelt worden ist", so der Meteorologe Oliver Krüger, der den Sturmmonitor zusammen mit seinem Master-Studenten Daniel Krieger konzipiert und umgesetzt hat.

Normalerweise messen Wetterdienste die Windgeschwindigkeit in zehn Metern Höhe über dem Boden, erklärt Oliver Krüger. Wolle man aber die Sturmereignisse in einer Region über viele Jahrzehnte miteinander vergleichen oder die Sturmaktivität der Vergangenheit rekonstruieren, seien die bodennahen Messungen in zehn Metern Höhe ungeeignet, weil zu sie zu stark schwankten.

Verlässliche Luftdruckwerte aus 70 Jahren

Das liege unter anderem daran, dass die Umgebung die Messung der tatsächlichen Windgeschwindigkeit verfälschen könne. So veränderten bespielweise Häuser oder Hügel die Luftströmung in Bodennähe. Im Laufe der Jahrzehnte wachsen Bäume und Wälder heran, was mit der Zeit ebenfalls zu abweichenden Messergebnissen führen könne. Auch habe sich mit den Jahren die Messtechnik verändert, was zusätzlich zu Abweichungen geführt hat.

Für den 70-Jahres-Zeitraum haben Oliver Krüger und Daniel Krieger deshalb andere Daten genutzt. Grundlage waren die sehr viel verlässlicheren Luftdruckmesswerte, aus denen sie den Wind berechnet haben. Luftdruckunterschiede führen dazu, dass Luftströmungen entstehen. Je nachdem, wie groß der Luftdruckunterschied ist, ist die Luftströmung, also der Wind, stärker oder schwächer.

Geostrophischen Wind berechnet

Im Detail haben die Forscher jenen Wind berechnet, der in mehreren Kilometern Höhe weht – den geostrophischen Wind. "Dieser wird nicht von den bodennahen Strukturen beeinflusst und ist damit über die Zeit eine verlässliche Größe. Studien haben gezeigt, dass der Wind in Bodennähe und der geostrophische Wind in engem Zusammenhang stehen", heißt es in der Pressemitteilung.

Daher ließen sich aus dem Verhalten des geostrophischen Windes Aussagen über das Verhalten des Windes am Boden und damit auch über die Sturmaktivität ableiten. (hcn)

Zum Sturmmonitor geht es hier

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