Vor dem neuen Kundencenter in Overath (von links): Wolfgang Bürger, Geschäftsführer Stadtentwicklungsgesellschaft Overath, Bürgermeister Jörg Weigt und Stadtwerke-Betriebsleiter Christoph Schmidt.

Vor dem neuen Kundencenter in Overath (von links): Wolfgang Bürger, Geschäftsführer Stadtentwicklungsgesellschaft Overath, Bürgermeister Jörg Weigt und Stadtwerke-Betriebsleiter Christoph Schmidt.

Knapp 150 Kunden in knapp zwei Wochen: Die neu gegründete Stadtwerke Overath Energie GmbH aus dem Rheinisch-Bergischen-Kreis ist erfolgreich in den Stromverkauf gestartet. Bis zu 500 Kunden im ersten Jahr will Betriebsleiter Christoph Schmidt im ersten Jahr gewinnen. Unter dem Markennamen "O-Saft" vertreibt das zu 100 Prozent kommunale Unternehmen Ökostrom skandinavischer Herkunft, Zielgruppe sind Verbraucher und Gewerbekunden aus dem Stadtgebiet. Beim Aufbau des Vertriebs werden die Stadtwerke von den oberbergischen Gemeindewerken Nümbrecht unterstützt, Grundlage ist ein Dienstleistungsvertrag.

"Keine unglaublichen Gewinne"

"Wir erhoffen uns in erster Linie einen Mehrwert für Overath", erklärt Stadtwerke-Chef Schmidt gegenüber der ZfK. Ihm sei bewusst, dass man mit dem reinen Stromvertrieb "keine unglaublichen Gewinne" machen werde. "Durch die Anwendung des steuerlichen Querverbundes ist der Stromvertrieb für Overath jedoch eine mehr als wirtschaftliche Komponente", versichert er. Konkret können beispielsweise Verluste aus dem Bäderbereich mit den Gewinnen aus dem Vertrieb verrechnet werden. Gegenüber Lokalmedien hatte er das mögliche Einsparvolumen Anfang des Jahres auf 90000 bis 140000 Euro beziffert. Mögliche Gewinne über den steuerlichen Querverbund hinaus sollen für Projekte in Overath verwendet werden, denkbar wären beispielsweise erneuerbare Erzeugungsanlagen.



Ab dem dritten Wirtschaftsjahr visiert Schmidt ein positives Jahresergebnis für die Stadtwerke Overath Energie an. Aktuell umfasst das neue Unternehmen 1,5 Stellen. Ziel sei es in Kooperation mit den Gemeindewerken Nümbrecht die eigenen Mitarbeiter soweit "fit zu machen, dass sukzessive die einzelnen Prozesse bei uns eigenständig abgebildet werden können", so Schmidt. Die Overath Energie GmbH ist neben dem Stromvertrieb auch für die Erstellung und Umsetzung von Energiekonzepten zuständig.

8500 Kunden im Bereich Entsorgung und Trinkwasser

Mit dem Angebot treten die Stadtwerke Overath in Konkurrenz zum lokalen Anbieter und Grundversorger in Overath, der AggerEnergie. Mehrheitseigner der AggerEnergie ist die Rheinenergie mit über 62 Prozent, aber auch die Stadt Overath hält rund 2,3 Prozent an dem Gemeinschaftsstadtwerk im Oberbergischen Kreis. Die Daseinsvorsorge der Stadtwerke Overath erstreckte sich bislang auf den Eigenbetrieb Versorgung, der rund 8500 Kunden mit Trinkwasser beliefert, und den Eigenbetrieb Entsorgung mit ebenfalls rund 8500 Kunden.

Eigenen Überschussstrom wollen die Stadtwerke künftig über ein noch zu bauendes Blockheizkraftwerk den Bürgern zur Verfügung stellen. Zusätzlich zum bestehenden BHKW im Hallenbad wird eine weitere Anlage in einer Grundschule gebaut. "Wir erarbeiten ein ganzheitliches Nahwärmekonzept", sagt Schmidt. Das BHKW soll neben der Schule drei weitere Verwaltungsgebäude und ein noch zu bauendes Feuerwehrgerätehaus mit Wärme versorgen. Auch ein künftiges Erschließungsgebiet kann mit der Wärme aus diesem geplanten BHKW versorgt werden. (hoe)

 







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