Bärbel Köhler ist Geschäftsführerin der Stadtwerke Bernau in Brandenburg.

Bärbel Köhler ist Geschäftsführerin der Stadtwerke Bernau in Brandenburg.

Bild: © Frank Peters/Stadtwerke Bernau

Die Stadtwerke Bernau setzen ab sofort LoRaWAN-Funktechnologie in ihrem Versorgungsgebiet ein. Der Netzbetreiber baut kleine Netzwerke auf und nutzt die Technologie zunächst auf dem Gelände der Stadtwerke und im Waldquartier Friedenstal. „Diese Anwendungen erleichtern uns und unseren Kundinnen und Kunden den Alltag“, sagt Stadtwerke-Geschäftsführerin Bärbel Köhler.

Bei den Stadtwerken in der Breitscheidstraße messen deshalb seit einigen Wochen Sensoren Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Helligkeit und den CO2-Gehalt der Luft. Antennen, sogenannte Gateways, empfangen die Daten von den Sensoren und senden sie an den Server der Stadtwerke Bernau, heißt es in einer Pressemitteilung. Die Daten werden auf einem „Dashboard“ visualisiert.
 

"Basis für viele Smart-City-Anwendungen"

Werden Grenzwerte überschritten, wird das sichtbar und es geht automatisch eine E-Mail an den zuständigen Mitarbeiter, etwa mit der Erinnerung, zu lüften. „Diese Technologie ist die Basis für viele Smart-City-Anwendungen“, sagt Sven Anders, Bereichsleiter Kundenservice bei den Stadtwerken Bernau.

In einigen Wohneinheiten ist laut Pressemitteilung LoRaWAN für sogenanntes „Submetering“ bereits im Einsatz. „Das neue Waldquartier, das sich dem zukunftsweisenden Wohnen verschrieben hat, ist prädestiniert für Smart-City-Anwendungen“, sagt Sven Anders. Dort haben die Stadtwerke deshalb rund 1.900 Sensoren (Wärme-, Kalt- und Warmwasserzähler sowie Rauchwarnmelder) verbaut.

Visualisierung für Verbraucher in Vorbereitung

Zwei Indoor-Gateways leiten die Daten der Sensoren an die Server der Stadtwerke, wo sie für die Kunden – in diesem Fall die Vermieter – aufbereitet, ausgewertet und visualisiert werden. Die Daten werden automatisch übertragen. Auch eine Visualisierung für die Verbraucher wird vorbereitet, um sie zum Energie- und Wassersparen zu motivieren.

„„Über eine Schnittstelle werden die Zählerdaten direkt in die Abrechnungssoftware integriert und erleichtern den Besitzern der Mehrfamilienhäuser so die Betriebskostenabrechnung“, sagt Anders. Mit der gleichen Funktechnik könnten Vermieter auch die Funktionalität von Rauchmeldern aus der Ferne überprüfen, heißt es.

Neue Unternehmensstrategie trägt Früchte

Der zu 100 Prozent kommunale Energieversorger mit knapp 110 Mitarbeitern aus Brandenburg hat seine Strategie weiterentwickelt und setzt dabei vor allem auf die Säulen Digitalisierung sowie  Optimierung der Prozesse und Serviceangebote. „Wir sind noch mitten in der Umsetzung, aber können jetzt schon sagen: Der Weg ist der richtige“, versichert die Geschäftsführerin.

Deutliche Ergebnissteigerung im Coronajahr 2020

Dank der Neustrukturierung konnte das Unternehmen im Coronajahr 2020 das Jahresergebnis deutlich auf 3,7 Mio. Euro (2019: 2,2 Mio. Euro steigern. Der Umsatz ging auf 37,2 Mio. Euro zurück (2019: 41,2 Mio.) Einen deutlichen Zuwachs gab es laut dem Unternehmen bei Angeboten wie Photovoltaik und insbesondere auch bei der Fernwärme. Der Fernwärmeabsatz lag mit 81 Mio. kWh deutlich über dem Vorjahr.

„Der Ausbau unserer Fernwärme hat einen Nebeneffekt, der geplant und gewollt ist: Durch die Kapazitätserweiterung unserer fünf Blockheizkraftwerke ist auch der Anteil unseres selbst produzierten Stroms gestiegen“, sagt Köhler. Im Jahr 2020 haben die Blockheizkraftwerke 43 Mio. kWh Strom erzeugt, das sind rund 42 Prozent mehr als im Jahr davor.

Umstellung auf digitalen Kundenservice

Die deutlich niedrigeren Absatzmengen beim Strom und bei Gas konnte der regionale Versorger nach eigenen Angaben durch vorausschauende Planung und den Gewinn von Neukunden ausgleichen. Auch die Umstellung auf den digitalen Kundenservice hätten die Kunden gut angenommen, so die Geschäftsführerin. „Das haben wir dem Engagement unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu verdanken. Auch über Online-Kanäle haben sie optimalen Service geboten.“

Wachstumspotenziale bei der Fernwärme

Rund 7,8 Mio. wurden im vergangenen Jahr in die Infrastruktur investiert, vor allem in den weiteren Ausbau der Fernwärme. „Dass Fernwärme in der Hussitenstadt boomt, kommt nicht von ungefähr und wird noch weitergehen, auch mit Blick auf Energieeffizienz und den Klimaschutz“, argumentiert Bärbel Köhler. Immer mehr Neubauprojekte ­ egal ob von den Wohnungsbaugesellschaften oder privaten Investoren ­ setzten bei der Wärmeversorgung der Gebäude auf Fernwärme der Stadtwerke. (hoe)

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