Die Energiedienst (ED) AG aus Laufenburg am Hochrhein hat wenige Monate nach der Gründung zwölf kommunale Gesellschafter in ihrer neuen Netzbeteiligungsgesellschaft ED Kommunal GmbH. Dies geht aus einer Pressemitteilung vom Donnerstag hervor, in der die EnBW-Beteiligung ED über die konstituierende Gesellschafterversammlung berichtet. Dieser "Erfolg" belege, so Gründungsgeschäftsführer Boris Philippeit, "dass der kommunale Öffnungskurs von ED genau richtig ist".
Demnach sind folgende Kommunen bereits Gesellschafter der ED Kommunal:
- Albbruck
- Bad Säckingen
- Bernau
- Brigachtal
- Dogern
- Laufenburg (Baden)
- Löffingen
- Murg
- Ühlingen-Birkendorf
- Wehr
- Weilheim
- Wittnau
3,69 Prozent Dividende für kooperierende Kommunen
Laufenburgs Bürgermeister Ulrich Krieger wurde zum Vorsitzenden der Gesellschafterversammlung gewählt, die zweimal jährlich tagen soll, sein Brigachtäler Kollege Michael Schmitt zum Beiratsvorsitzenden des Networking-Programms "ED vernetzt". Schmitt lobte, der ED habe "die Zeichen der Zeit erkannt". Er helfe den Kommunen bei Klimaschutz und Energiewende, fördere das Verständnis füreinander und stoße Projekte und Ideen an.
Das Beteiligungsprogramm steht allen Kommunen in Südbaden offen, die mit der ED-Infrastrukturtochter ED Netze GmbH zusammenarbeiten. Das wären schon mal alle Städte und Gemeinden im äußersten Südwesten Deutschlands, die die Stromnetzkonzessionen an ED Netze vergeben haben. Ihnen wird eine Dividende von 3,69 Prozent auf das eingesetzte Kapital versprochen. Die Beteiligungshöhe können sie – abhängig von ihrer Größe – individuell wählen. Über den Beirat beraten Sie zudem die Geschäftsführungen der ED-Töchter vor allem zur regionalen Netzentwicklung.
"ED vernetzt" erinnert an das "Kompas"-Beteiligungsprogramm, das der Freiburger Versorger Badenova vor Jahren für die Konzessionskommunen seiner Tochter BN Netze aufgelegt hatte, oder an ein entsprechendes Schema der Oldenburger EWE Netz. Mit der nördlich angrenzenden BN Netze befindet sich ED Netze immer wieder im Wettbewerb um Stromkonzessionen.
Täglich automatischer Straßenzustandsbericht
Energiedienst will aber die Kommunen generell bei Infrastrukturthemen unterstützen. Was dies bedeuten kann, darauf gab eine Präsentation des Stuttgarter Startups Vialytics auf der Gesellschafterversammlung einen Vorgeschmack: Die App der Neugründung erfasst den Straßenzustand vollautomatisch und über Bilder von Handys, die an Müllautos, Linienbussen oder Kehrmaschinen angebracht sind, und liefere täglich einen Bericht darüber. Das spare Geld für die Straßenüberwachung. "Einige" baden-württembergische Gemeinden hätten die App bereits im Einsatz. (geo)



