Rainer Seele ist Vorstandsvorsitzender der OMV.

Rainer Seele ist Vorstandsvorsitzender der OMV.

Bild: © Georg Hochmuth/dpa

Schwere Zeiten für den österreichischen Öl- und Gaskonzern OMV. Der Umsatz brach im dritten Quartal 2020 gegenüber dem Vorjahr um 38 Prozent auf 3,7 Milliarden Euro ein, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Als Gründe für den Rückgang nennt es ein "generell ungünstigere[s] Umfeld für Rohstoffpreise weltweit und niedrigere Verkaufsmengen bei flüssigen Kohlenwasserstoffen." Insbesondere der massive Öl- und Gaspreisverfall macht der OMV zu schaffen.

In den ersten neun Monaten 2020 erzielte der Konzern damit ein CCS Operatives Ergebnis vor Sondereffekten von 1,2 Milliarden Euro. Das ist ein Minus von 58 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Für Einzelaktien bedeutet das einen Verlust von 1,90 Euro. Vor einem Jahr stand noch ein Gewinn von 4,05 Euro.

"Nachhaltiges Geschäftsmodell"

Währenddessen setzt die OMV ihren Kurs, klimafreundlicher zu werden, fort. Helfen soll der Erwerb zusätzlicher Anteile am führenden österreichischen Kunststoffhersteller Borealis. Wie der Konzern mitteilte, habe er weitere 39 Prozent von der Investmentgesellschaft Mubadala übernommen und damit seine Beteiligung an Borealis auf 75 Prozent erhöht. Der Kaufpreis liegt laut Unternehmensangaben bei 4,7 Milliarden US-Dollar (3,8 Milliarden Euro abzüglich der erworbenen Barmittel) und ist bereits vollständig ausgezahlt.

"Diese Transaktion ist ein weiterer Meilenstein in der Umsetzung unserer Strategie", teilte Rainer Seele, Vorstandsvorsitzender und Generaldirektor der OMV, mit. "Wir schaffen damit ein integriertes und nachhaltiges Geschäftsmodell, das die Wertschöpfungskette der OMV in Richtung höherwertiger chemischer Produkte und Recycling erweitert und den Konzern damit für eine kohlenstoffärmere Zukunft neu positioniert."

Borealis "perfekte Ergänzung"

Die OMV erhofft sich durch die Beteiligungserhöhung unter anderem, ihr Know-how in der Kunststoff-Kreislaufwirtschaft auszubauen. Die Aktivitäten von Borealis im Kunststoff-Recycling seien eine "perfekte Ergänzung" zur sogenannten Reoil-Technologie des Öl- und Gaskonzerns für das chemische Recycling von Kunststoff, führt das Unternehmen aus. Mit der Reoil-Technologie wandelt die OMV schwer zu recycelnde Kunststoffabfälle in hochwertige Rohstoffe für eigene Raffinerien um und ersetzt damit Erdöl. (ab)

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