Wurden Anleger eines Offshore-Windparks und eines Biomassekraftwerkes um mehr als sechs Mio.Euro betrogen? Mit dieser Frage befasst sich die große Wirtschaftskammer des Landgerichts Göttingen ab Dienstag in einem Prozess gegen fünf ehemalige Mitarbeiter der EEV Erneuerbare Energien Versorgung AG. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig wirft ihnen unter anderem Kapitalanlagebetrug vor. (Az. 5 KLs 2/18)
Die Männer sollen zwischen Oktober 2012 und August 2014 sogenannte Namensgenussrechte für einen Offshore-Windpark an 552 Anleger verkauft haben, sagte ein Sprecher des Landgerichts. Dabei sei verschwiegen worden, dass das Projekt nur geringe Chancen auf eine Realisierung gehabt habe.
Angeklagte schweigen
Der Windpark, der in einem Militärgebiet gelegen hätte, wurde nie gebaut. Die Göttinger EEV ist inzwischen insolvent. Der Schaden beläuft sich auf mindestens 4,6 Mio. Euro. Außerdem sollen die Männer 126 Anleger Anfang 2014 bei der Finanzierung eines Biomassekraftwerkes getäuscht haben. Der Schaden wird mit mindestens 1,8 Mio. Euro beziffert.
Aufgrund der hohen Zahl an Geschädigten findet der Prozess im Bürgerhaus Bovenden statt. «Für so viele Menschen haben wir im Landgericht unter Corona-Bedingungen nicht genug Platz», sagte der Gerichtssprecher. Am ersten Verhandlungstag wurden die Anklageschriften verlesen. Die Angeklagten schweigen bis jetzt zu den Vorwürfen. Insgesamt sind bisher 16 Verhandlungstage bis April vorgesehen. (lm/dpa)



