Die Stadtwerke im niederbayerischen Passau haben das Geschäftsjahr 2018 mit einem Verlust von rund vier Mio. Euro abgeschlossen. Zur Stärkung der Liquidität und des Eigenkapitals des zu 100 Prozent kommunalen Versorgers hat der Aufsichtsrat vergangene Woche eine Finanzspritze in Höhe von 2,9 Mio. Euro beschlossen. Ein entsprechender Vorschlag wird der Gellschafterversammlung - in diesem Fall dem Passauer Stadtrat - vorgelegt. Das Geld soll in Form einer Kapitaleinlage bereitgestellt werden. Die Finanzhilfe für die städtische Tochter kommt nicht überraschend, bereits im März wurde im Nachgang zu einer Sitzung des Kontrollgremiums über die sich abzeichnende negative Ergebnisentwicklung informiert.
Hauptgrund für den Fehlbetrag in 2018 sind die Defizitsparten ÖPNV und Bäder, aber auch witterungsbedingte Erlösrückgänge im Bereich Strom-, Gas- und Wärmeversorgung. Hinzukommen Rückgänge der Erlösobergrenze und zusätzliche Abschreibungen und Wertberichtigungen im Zusammenhang mit der Holzenergie Jahrdorf. Die Verluste der Sparten Bäder und ÖPNV belaufen sich in Passau seit längerem im höheren, einstelligen Millionenbereich. Im Geschäftsjahr 2017 hatten sie sich auf rund sieben Mio. Euro summiert. Im Vorjahr hatte der Kommunalversorger in der Rechtsform einer GmbH noch rund 150.000 Euro Jahresüberschuss verbucht, dies bei einem Umsatz von knapp 94 Mio. Euro.
OB: "Unterstützung nur vorübergehende Lösung"
"Das Defizit der Stadtwerke für das Geschäftsjahr 2018 ist nachvollziehbar, aber dennoch unerfreulich" kommentierte Passaus Oberbürgermeister Jürgen Dupper (SPD). Der eindeutige Auftrag an die Geschäftsführung laute, umgehend Maßnahmen zur Ergebnisverbesserung zu ergreifen. "Die Unterstützung der Stadt kann aus unserer Sicht nur eine vorübergehende Lösung sein", stellte Dupper klar. Anfragen der ZfK an die Geschäftsführung der Stadtwerke zur zukünftigen Strategie blieben bis jetzt unbeantwortet.
Die SWP haben in den vergangenen knapp 20 Jahren über 70 Mio. Euro investiert, viele dieser Aufwendungen sind fremdfinanziert. Einer Eigenkapitalquote von über 40 Prozent standen im Frühjahr deshalb Verbindlichkeiten von über 50 Mio. Euro gegenüber. Die kommunale Unternehmensgruppe beschäftigt rund 430 Mitarbeiter. Die wichtigsten Geschäftsfelder sind Strom, Erdgas, Wärme, Wasser, Telekommunikation, Bäder, ÖPNV, Parken sowie der Hafenbetrieb für die Personenschifffahrt. (hoe/bh)