Blick auf das Kundencenter der Drewag in der Dresdner Innenstadt.

Blick auf das Kundencenter der Drewag in der Dresdner Innenstadt.

Bild: © Drewag

Der Stadtrat der sächsischen Landeshauptstadt hatte am Donnerstagabend einstimmig den Rückkauf der noch von der Stadtwerkeholding Thüga gehaltenen Drewag-Anteile beschlossen. Die Thüga hält noch zehn Prozent an dem Dresdner Energieversorger. Die Stadt Dresden kann bis Ende Juni eine Rückkaufoption zum 1. Januar 2020 ziehen.

Die "Dresdner Neueste Nachrichten" zitieren Stadtrat Johannes Lichdi (Bündnis 90/Die Grünen), wonach es einen Streit zwischen Stadt und Thüga über den Wert der Anteile gibt. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDO habe einen "viel zu hohen Kaufpreis ermittelt", heißt es. Der Kommunalpolitiker gehe davon aus, dass ein Schlichtungsgutachten eingeholt werde und sich der ermittelte Kaufpreis deutlich reduziere. Nach einem Bericht der "Sächsischen Zeitung" wurde in einem ersten Gutachten eine Summe von 240 Mio. Euro errechnet.

Thüga: Zur positiven Entwicklung "erheblich beigetragen"

Die Thüga äußerte am Freitag in einer Mitteilung ihr Bedauern über die Entscheidung in Dresden. Die Stadtwerkeholding habe zur positiven Entwicklung der Drewag in den vergangenen Jahren "erheblich beigetragen". Gleichwohl werde das Unternehmen den politisch gewollten Ausstieg in einem "fairen und konstruktiven Prozess" vollziehen. 

"Das Unternehmen, seine Mitarbeiter und Kunden haben von den exklusiven und hochwertigen Informations-, Beratungs- und Dienstleistungsangeboten der Thüga und ihrer Plattformen über viele Jahre profitiert. In Projekten, Arbeitskreisen und Gremien haben Thüga, Partnerstadtwerke aus der Thüga-Gruppe sowie Führungskräfte und Mitarbeiter der Drewag stets vertrauensvoll und konstruktiv zusammengearbeitet", heißt es in dem Statement der Münchner Stadtwerkeholding. 

"Drewag ist nicht die Melkkuh der Stadt"

Der Dresdner FDP-Fraktionschef Holger Zastrow warnte vor zu hohen Erwartungen der Politik. "Die Drewag ist nicht die Melkkuh der Stadt. Wenn ich an die gewünschten Bäder und das 365-Euro-Ticket denke, bekomme ich Angst", erklärte der Kommunalpolitiker. Ansonsten herrschte Zufriedenheit an der Elbe. "Es geht um die Gestaltungshoheit, Preise, den Umgang mit Gewinnen und die Ausrichtung des Unternehmens", zitiert die "Sächsische Zeitung" SPD-Stadträtin Kristin Sturm. (hil)

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