Das Verwaltungsgebäude der Steag in Essen.

Das Verwaltungsgebäude der Steag in Essen.

Bild: © Steag

Der Recyclingdienstleister Remondis soll sich mit einem Einstieg beim Energiekonzern Steag beschäftigen. Das berichtet die "Wirtschaftswoche", das Magazin beruft sich dabei auf Aufsichtsratskreise. Der Abfallentsorger aus Lünen in Westfalen könnte Steag-Anteile von verkaufswilligen Stadtwerken übernehmen und zusammen mit dem größten Einzelaktionär, den Dortmunder Stadtwerken, zum Mehrheitseigentümer des Essener Kraftwerkebetreibers avancieren.

Offiziell bestätigt werden diese Marktgerüchte nicht. Um die Steag bei ihrem Umbau und der Erschließung neuer Wachstumsmöglichkeiten zu unterstützen, prüfe man "ergebnisoffen Möglichkeiten, wie die notwendige finanzielle Ausstattung dargestellt werden kann", sagt ein Sprecher der Dortmunder Stadtwerke auf ZfK-Anfrage. Dazu gehöre auch die mögliche Aufnahme eines neuen Gesellschafters, der zusätzliches Kapital bereitstellen könne. Remondis wollte den Artikel nicht kommentieren, das Entsorgungsunternehmen hatte bereits 2010 Interesse an der ehemaligen Tochter des Chemiekonzerns Evonik bekundet.

Essen plant Verkauf der Anteile

Evonik hatte die Steag in zwei Schritten 2011 und 2014 an die Kommunale Beteiligungsgesellschaft (KSBG) verkauft, für rund 1,2 Mrd. Euro. Hinter der KSBG stehen die Stadtwerke Dortmund, Duisburg, Bochum, Oberhausen, Dinslaken und Essen. Aufgrund der unklaren Ertragsperspektiven der Steag und auch aufgrund der zunehmenden internationalen Ausrichtung wird in einigen Räten der KSBG-Gesellschafterstädte über einen Ausstieg diskutiert, der Rat der Stadt Essen will diesen schnellstmöglich vollziehen. Essen hält 15 Prozent der Steag-Anteile.

Der Steag-Kauf wurde großteils über Kredite finanziert, über 400 Mio. Euro davon sind davon allein auf Seiten der KSBG noch offen und sollen in den kommenden Monaten im Rahmen einer Anschlussfinanzierung zu günstigeren Konditionen abgelöst werden. In diesem Zusammenhang würden auch Gesellschafterdarlehen und Bürgschaften als ergänzende Komponenten der Anschlussfinanzierung geprüft, so der Sprecher der Dortmunder Stadtwerke. (hoe)

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