Das Verwaltungsgebäude der Pfalzwerke in Ludwigshafen.

Das Verwaltungsgebäude der Pfalzwerke in Ludwigshafen.

Bild: © Pfalzwerke

Die Zukunft der pfälzischen Stadtwerkekooperation Pfalzenergie ist ungewiss. Die 2009 gegründete Gemeinschaft will die Wettbewerbsfähigkeit ihrer Mitglieder durch die Bündelung von Dienstleistungen stärken. Den über 50 Stadt- und Gemeindewerken werden verschiedene Dienstleistungen im Bereich Netzmanagement/Netzservice, Betreuung/Abrechnung, kaufmännischer Service und Vertrieb angeboten. Doch immer mehr Stadtwerke kündigen laut ZfK-Informationen die Dienstleistungsverträge, das aktuelle Geschäftsmodell der Kooperation steht perspektivisch vor dem Aus.

Für Pfalzenergie- gibt es Pfalzwerkeaktien

Mit einem neuen Vorstoß wollen die Pfalzwerke als einer der größten Pfalzenergie-Gesellschafter nun eine Reform des Geschäftsmodells der Kooperation ermöglichen. Auf der vergangenen Gesellschafterversammlung der Pfalzenergie Anfang Oktober haben die Pfalzwerke angeboten, bis zu 100 Prozent der Geschäftsanteile an der Pfalzenergie zu übernehmen. Die ursprüngliche Idee einer starken Gemeinschaft der Stadt- und Gemeindewerke in der Region sei so zukunftsweisend wie nie zuvor, heißt es in der Pressemitteilung des Regionalversorgers.

"Das Geschäftsmodell muss jedoch aus Sicht des Unternehmens gemeinsam konzeptionell und strukturell überarbeitet werden, um den aktuellen und künftigen Herausforderungen und Bedürfnissen der Mitglieder weiter Rechnung zu tragen", schreiben die Pfalzwerke in einer Medienmitteilung. Das Angebot an die Gesellschafter ermögliche es diesen, weiterhin bei der Pfalzenergie mitgestaltend dabei zu bleiben oder aber den Anteil an die Pfalzwerke zu verkaufen. Die Veräußerung würde nicht in bar, sondern in Aktien der Pfalzwerke bezahlt. Bei einem Verkauf der Pfalzenergie-Anteile würden ehemalige Gesellschafter der Pfalzenergie unabhängig von zukünftigen Dienstleistungsbeziehungen dann Aktionäre der Pfalzwerke AG und wären in der Hauptversammlung vertreten.

E-Werke-Verbund Keep will Anteile verkaufen

Einen Verkauf ihrer Pfalzenergie-Anteile beabsichtigt beispielsweise die Eisenberger Keep GmbH, ein Zusammenschluss der E-Werke Eisenberg, Ramsen, Hettenleidelheim, Wattenheim und Obrigheim. Diese ist mit fünf Prozent an der Pfalzenergie beteiligt. Von den Pfalzwerke-Aktien erhoffe man sich Gewinnausschüttungen, diese seien bei der Pfalzenergie bislang ausgeblieben, erklärte Stefan Lorentz, kaufmännischer Geschäftsführer der Keep gegenüber der "Rheinpfalz".

"Verluste vermeiden"

Ein Gründungsgedanke der Pfalzenergie seien Dienstleistungsangebote wie energiewirtschaftliche Beratungen gewesen. Beispielsweise waren Kompetenzzentren geplant, die das Zählerwesen der einzelnen Teilhaber organisieren sollten. Das habe aber so nicht funktioniert. Laut Lorentz haben mehrere, zum Teil auch größere Gesellschafter, ihren Dienstleistungsvertrag bei der Pfalzenergie gekündigt, deshalb könnte die Gesellschaft 2019 in Schwierigkeiten geraten. "Wir wollen durch den Verkauf vermeiden, dass wir Verluste durch unsere Anteile an der Pfalzenergie haben werden", so der Geschäftsführer der Keep.

40000 Euro für Dienstleistungsvertrag - ohne nennenswerte Gegenleistungen

Die Keep behält sich zudem vor, auch den Dienstleistungsvertrag mit der Pfalzenergie zu kündigen, der sie jährlich rund 40000 Euro kostet – ohne das nennenswerte Gegenleistungen erbracht würden. "Die Pfalzenergie hat bislang vor allem für kleinere Werke im technischen Bereich Netzkalkulationen gemacht und die Planungen von Trafostationen für Neubaugebiete übernommen", erklärte Lorentz. Die Keep habe aber mittlerweile eine Größe erreicht, dass sie die Dienstleistungen der Pfalzenergie größtenteils selber erbringen könne. Auch künftig kann sich Lorentz aber vorstellen, Dienstleistungen der Kooperation zu nutzen. "Aber dazu muss eine Neustrukturierung der Gesellschaft erfolgen und ein neuer Dienstleistungskatalog angeboten werden." (hoe)

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