Der Kölner Energieversorger und -dienstleister Rheinenergie hat im Geschäftsjahr 2019 sein geplantes Jahresergebnis leicht überschritten. Der Umsatz ohne Energiesteuer des Unternehmens liegt für 2019 bei rund 2,51 Mrd. Euro. Damit stieg er um knapp 5,5 Prozent zum Vorjahr an. Das EBIT wiederum ist leicht gesunken und fiel von 185 Mio. im Jahr 2018 auf 172 Mio. Euro.
Das Ergebnis vor Ertragssteuern beläuft sich für 2019 auf 158 Mio. Euro. Auch dieses fiel um rund 11 Mio. Euro, verglichen zum Vorjahr. Das Unternehmensergebnis beläuft sich auf rund 148 Mio. Euro (2018: 160 Mio. Euro). "Das Unternehmensergebnis ist gesunken, lag aber höher, als wir uns eigentlich vorgenommen hatten", sagte Dieter Hassel, Kaufmännischer Vorstand der Rheinenergie auf der Pressekonferenz zur Vorstellung der Jahresbilanz.
123 Mio. Euro an die GEW Köln
Die GEW Köln, die 80 Prozent an der Rheinenergie hält, kriegt vom Ergebnis 123 Mio. Euro ausgezahlt. Die Verbesserungen im Geschäftsverlauf, die Auflösung von Rückstellungen und weitere Einmaleffekte wirkten sich dabei positiv auf das Ergebnis aus.
Belastet wurde das Unternehmen hingegen insbesondere durch eine markt- und laufzeitbedingte einmalige Sonderabschreibung auf das Steinkohlekraftwerk in Rostock. Diese umfasst ein Anlagevermögen, welches vollständig abgeschrieben wurde. Es liegt bei knapp 60 Mio. Euro.
Konstante Absatzzahlen der Rheinenergie
Der vertriebliche Stromabsatz von circa 12,6 Mrd. Kilowattstunden (kWh) im Jahr 2018 ist auf 11,79 Milliarden Kilowattstunden zurückgegangen. Diese Entwicklung wurde wesentlich von dem Rückgang der Sondervertragskunden beeinflusst. Die Stromvermarktung aus Eigenerzeugung ließ sich indes um 1,3 Mrd. Kilowattstunden auf 5,34 Mrd. kWh zum Vorjahr steigern.
Weiterhin entwickelt sich das Direktvermarktungsgeschäft beim Strom positiv. Mit 427 Mio. kWh gegenüber 386 Mio. kWh festigt sich die steigende Tendenz der Vorjahre. Der Erdgasverkauf steigerte sich von 6,9 Mrd. kWh auf 7,5 Mrd. kWh.
Rheinenergie-Gruppe: Stromabsatz um 10 Mrd. kWh gesunken
In der gesamten Rheinenergie-Gruppe, zu der neben der Rheinenergie AG selbst die wesentlichen Tochtergesellschaften im Kraftwerks-, Netz- und Handelsbereich sowie erneuerbare Energie zählen, ist der konsolidierte Umsatz von 4,33 Mrd. Euro im Jahr zuvor auf nun mehr 4,13 Mrd. Euro gesunken.
Hervor sticht ein gesunkener Stromverkauf von 40 Mrd. kWh auf rund 30 Mrd. kWh. Auch im Gesamtabsatz an Gas hat die Gruppe ein Ergebnis von rund 51,8 Mrd. kWh gegenüber 58,95 zuvor erzielt. Beide Entwicklungen basieren in dem von kurzfristigen Entwicklungen gekennzeichneten Handelsgeschäft und wurden einkalkuliert.
Angepeiltes Jahresergebnis 2020 waren 165 Mio. Euro
Bereits im März zeigten sich die ersten Folgen der weltweiten Pandemie. Für das Jahresergebnis 2020 kalkuliert die Rheinenergie ihr Risiko derzeit mit bis zu 15 Mio. Euro. Ursache dafür sind in erster Linie erhöhte Forderungsausfälle, die mit einem entsprechenden zeitlichen Versatz wirksam werden könnten.
Auch etwaige Absatzminderungen, Beschaffungs- und Prozessrisiken sind weitere Faktoren. Trotzdem ist das Unternehmen zuversichtlich, sein geplantes Jahresergebnis zu erreichen. Vor Corona rechnete das Unternehmen mit einem operativen Ergebnisziel von 165 Mio. Euro vor den Steuern. (gun)
