Der rheinische Regionalversorger Rhenag hat im Geschäftsjahr 2018 deutlich weniger verdient als im Vorjahr. Das Ebitda halbierte sich fast von 41,6 auf 21,9 Mio. Euro. Unterm Strich resultierte ein Jahresüberschuss von 25,8 Mio. Euro (Vorjahr: 45,8 Mio.). Begründet wird der Rückgang mit hohen Sondererträgen im Vorjahr, zudem ist der Gasabsatz aufgrund des sehr heißen Sommers von 2,32 Mrd. kWh auf 1,932 Mrd. kWh zurückgegangen. In der Folge war auch der Umsatz mit 170,9 Mio. Euro (Vorjahr: 185,8) rückläufig.
Beim Stromabsatz verzeichnete das Unternehmen einen leichten Rückgang von 188 Mio. kWh auf 184 Mio. kWh. Pro Stückaktie sollen 9,95 Euro ausgeschüttet werden, die Dividende liegt damit auf Prognoseniveau, heißt es im nur noch digital publizierten Geschäftsbericht. Mehrheitsgesellschafter der Rhenag ist Innogy mit rund zwei Drittel der Anteile, die Rheinenergie hält die restlichen 33,33 Prozent.
Vorstand: "In unseren Märkten auf Kurs"
"Unsere strategische Ausrichtung stimmt: innovative Dienstleistungen für ein Geschäft beyond Commodity und auf Stadtwerke spezialisierte Kooperationsangebote – mit dieser Doppelkompetenz sind wir in unseren Märkten auf Kurs", zeigen sich die beiden Rhenag-Vorstände Kurt Rommel und Hans-Jürgen Weck im Vorwort zum Geschäftsbericht dennoch zufrieden mit der strategischen Grundausrichtung des Unternehmens.
So wurde der Bereich der energienahen Dienstleistungen mit einem neuen Angebotspaket für Elektromobilität ebenso gestärkt wie durch die Ergänzung der PV-Angebote um darauf abgestimmte Heimspeicherlösungen. Um sich höhere Wertschöpfungsanteile bei stromgetriebenen Energiedienstleistungen, wie Energiedatenmanagement oder Licht- und Beleuchtungslösungen zu sichern, ist das Unternehmen zudem über eine Tochterfirma bei einem PV- und Elektrobetrieb eingestiegen; in einem ersten Schritt mit 49,9 Prozent der Anteile, die Übernahme der restlichen 50,1 Prozent im laufenden Jahr ist bereits vertraglich fixiert. "Damit haben wir unsere Wertschöpfungskette sowohl im Bereich neuer Wärme- als auch Elektrizitätsdienstleistungen erfolgreich ausgebaut", heißt es.
IT-Bereich: 13 neue Stadtwerkekunden
Auf Wachstumskurs befindet sich zudem weiterhin die IT-Sparte der Rhenag, auch wenn es gemessen am absoluten Umsatz des Unternehmens noch ein kleines Geschäftsfeld ist. Allein 13 neue Stadtwerke-Kooperationskunden wurden im vergangenen Jahr neu hinzugewonnen. Auch aufgrund dieser sehr positiven Spartenentwicklung wurden im Kernunternehmen im fünften Jahr hintereinander neue Arbeitsplätze geschaffen. Die Zahl der Mitarbeiter stieg um über 20 auf rund 259. Ein weiterer Grund für diesen Zuwachs ist die Festeinstellung von Kundenservice-Arbeitskräften aus der Arbeinehmerüberlassung.
Vorstand stellt für 2019 ein stabiles Ergebnis in Aussicht
Im laufenden Jahr rechnet der Rhenag-Vorstand mit einem Ergebnis vor Steuern von rund 35,5 Mio. Euro und einem ausschüttbaren Gewinn von rund 26 Mio. Euro. Die Prognose enthält bereits einen Sondereffekt aus dem Verkauf des Gasnetzes Ruppichteroth in 2019. Beim Gasabsatz erwartet das Unternehmen einen leichten Rückgang gegenüber dem Vorjahr auf 1,7 Mrd. kWh, bei der Stromversorgung hingegen eine moderate Absatzsteigerung auf rund 186 Mio. kWh. (hoe)
