RWE-Vorstandsvorsitzender Rolf Martin Schmitz bei der Präsentation der Neuaufstellung des Konzerns.

RWE-Vorstandsvorsitzender Rolf Martin Schmitz bei der Präsentation der Neuaufstellung des Konzerns.

Bild: © Marcel Kusch/dpa

Der Essener Energiekonzern RWE konnte seine Ziele für das operative Geschäft im Jahr 2019 "übererfüllen". Das bereinigte Ebidta (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) betrug demnach 2,1 Mrd. Euro (Vorjahr: 1,5 Mrd. Euro). Das bereinigte Nettoergebnis hat sich mit 1,2 Mrd. Euro gegenüber dem Vorjahr (591 Mio. Euro) mehr als verdoppelt. Das gab der Konzern bei der Bilanzpressekonferenz am Donnerstag in Essen bekannt. Aufgaben des letzten Jahres wie die Eon-RWE-Transaktion und das Thema Kohleausstieg seien "erfolgreich gemeistert", so Vorstandsvorsitzender Rolf Martin Schmitz. "Die neue RWE ist jetzt an den Start gebracht und kann liefern." Das zeige sich auch darin, dass der Vorstand eine um 10 Cent erhöhte Dividende von 80 Cent für die Anteilseigner vorschlagen wird.

Das gute Ergebnis lässt sich laut Finanzvorstand Markus Krebber vor allem auf das Handelsgeschäft zurückführen, dass mit 702 Mio. Euro einen großen Teil des Gewinns beisteuerte. Auch das "starke Geschäft mit LNG und Gas" habe zu dem erfolgreichen Jahresabschluss beigetragen. Das sei ein außergewöhnliches Ergebnis, sagt Schmitz. Für die kommenden Jahre lasse sich das "auf keinen Fall so hochrechnen".

Ab 2020 jährliches Ergebniswachstum von 7 bis 10 Prozent geplant

Für das laufende Geschäftsjahr 2020 peilen die Essener ein bereinigtes Ebidta von 2,7 bis 3,0 Mrd. Euro an. Das bereinigte Nettoergebnis 2020 soll zwischen 0,85 und 1,15 Mrd. Euro liegen. Ab 2020 will RWE bis 2022 jährlich ein Ergebniswachstum von 7 bis 10 Prozent erreichen. Diese Ziele will man vor allem erreichen, in dem man sich an den weltweit wachsenden Wind- und PV-Märkten "eine Scheibe abschneidet", so Schmitz.

In diesem Jahr legte RWE letztmalig "Stand Alone"-Zahlen vor. Denn mit der Neuaufstellung gibt sich der Konzern auch eine neue Struktur. Künftig unterteilt er sein Geschäft in die fünf Segmente Offshore Wind, Onshore Wind/Solar, Wasser/Biomasse/Gas, Energiehandel und Kohle/Kernenergie.

Rund eine Milliarde Nettoinvestitionen in Deutschland

Für die Zukunft will sich RWE weiter auf das Erneuerbaren-Geschäft fokussieren und die Kapazitäten deutlich steigern. Über 20 GW Leistung sollen in der Projektpipeline warten und über fünf Mrd. Euro in den nächsten drei Jahren netto investiert werden, davon rund 20 Prozent in Deutschland. Als "Brücke in die regenerative Zeit" brauche man aber auch die Gaskraft, für die von der Politik noch "die richtigen Anreize" gesetzt werden müssten. Das beinhalte zum Beispiel auch den Umstellbonus von Steinkohle auf Gas, der erhöht werden müsse. (pm/dpa)

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