Das Gericht vertagt die Entscheidung um das Berliner Stromnetz.

Das Gericht vertagt die Entscheidung um das Berliner Stromnetz.

Bild: © Thorben Wengert/Pixelio

Schlechte Nachrichten für die 250.000 Kunden des insolventen Billigstromanbieters BEV: Auch die BEV-Muttergesellschaft in der Schweiz hat jetzt Insolvenz beantragt. "Der Konkursantrag der Genie Holding AG bedeutet für die Gläubiger der BEV, dass sich ihre Aussichten auf eine Befriedigung ihrer Forderungen leider erheblich verschlechtern", sagte BEV-Insolvenzverwalter Axel Bierbach der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch in München.

Das Konkursverfahren über die Genie Holding wurde am Montag eröffnet. Das teilte das Konkursamt des Kantons Thurgau mit. Verwalter Bierbach sagte: "Es bestehen Forderungen von mehr als 100 Millionen Euro der BEV gegen ihre Muttergesellschaft."

30 Mio. Boni, 50 Mio. Vorauszahlungen

Der Stromanbieter BEV hatte Ende Januar in München Insolvenz angemeldet. Rund 250.000 Kunden in Deutschland fordern jetzt 50 Mio. Euro Vorauszahlungen zurück. Außerdem steht die Auszahlung von 30 Mio. Euro an zugesagten Boni offen. Zu den BEV-Gläubigern zählen außerdem Stromnetzbetreiber wie Amprion, Tennet und andere. Die Höhe ihrer Forderungen ist noch nicht beziffert. Alle Gläubiger werden ihre Forderungen zunächst in der Insolvenztabelle anmelden müssen. Dies geht aber erst nach der offiziellen Insolvenz, nicht in der vorläufigen Insolvenz. Zuvor prüfen Verwalter und Insolvenzgericht, ob überhaupt genug Vermögen vorhanden ist, um das Verfahren durchzuführen. Dies geschieht im Falle der BEV bis zum April. Andernfalls wird ein Pleiteunternehmen liquidiert.

BEV hat mit billigen Tarifen und hohen Boni Verlust gemacht. Nach einer Preiserhöhung hatten im Dezember auf einen Schlag 200.000 Kunden gekündigt. Die zuletzt noch verbliebenen 350.000 BEV-Kunden wurden nahtlos durch die Grundversorger in der sogenannten Ersatzversorgung mit Strom und Gas aufgefangen. (dpa/geo)

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