Der Energiehandelsarm der Unternehmensgruppe, die Shell Energy Deutschland GmbH (SEDG), wolle insgesamt das Stromgeschäft massiv ausbauen, kündigte die neue Chefin, Sonja Müller-Dib, bei einer virtuellen Kundenveranstaltung an. Nach dem kürzlich erfolgten Erwerb des Kölner Unternehmens Next Kraftwerke schließe Shell weitere Zukäufe nicht aus, heißt es in einer Mitteilung. Ebenso plane Shell eine eigene Strom-Produktion mittels Offshore-Windkraftanlagen. „Aktuell gucken wir uns den deutschen Markt sehr genau an“, sagte Müller-Dib. Die Teilnahme an Offshore-Windkraftausschreibungen in Deutschland war allerdings bisher nicht erfolgreich.
Strom sei der am schnellsten wachsende Teil des Energiesystems, heißt es beim Öl- und Gaskonzern weiter. Entsprechend wolle die Shell-Gruppe das globale Stromgeschäft über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg ausbauen. Bis zum Jahr 2030 plant Shell, die Zahl der verkauften Terawattstunden im Vergleich zu heute zu verdoppeln und so viel erneuerbare Energie zu liefern, um damit hochgerechnet rund 50 Millionen Haushalte und 2,5 Millionen E-Ladepunkte versorgen zu können.
Kooperation mit rund 150 Stadtwerken
Deutschland kommt demnach bei dieser Strategie eine Schlüsselrolle zu. Shell arbeite derzeit mit jedem zweiten der größten deutschen Industrieunternehmen zusammen und kooperiere mit rund 150 Stadtwerken. Diese würden traditionell mit Erdgas und Strom versorgt. Doch solle der Stromverkauf massiv wachsen und mit entsprechenden regenerativen Kapazitäten unterfüttert werden. Neben der Offshore-Windkraft sollen Solarparks Strom produzieren.
Zudem setze Shell künftig vermehrt auf grüne Gase wie Biomethan. Bei grünem Wasserstoff will der Energiekonzern ebenfalls eine Führungsrolle einnehmen und die gesamte Wertschöpfungskette von der Herstellung bis zum Vertrieb abdecken. Erst kürzlich habe Shell im Energy and Chemicals Park Rheinland Europas größte PEM-Wasserstoff-Elektrolyse zur Herstellung von grünem Wasserstoff in Betrieb genommen. (hil)



